Es geht abwärts mit der Wirtschaft

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Nicht nur bei uns werden die aktuellen Prognosen nach unten angepasst. Auch in den USA deutet viel auf eine schwächere Konjunktur hin. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Gestern habe ich an dieser Stelle auf die Entwicklung in den USA geschaut. Dabei standen der Immobilienmarkt und die nachlassende Dynamik dort im Mittelpunkt. Als größte Volkswirtschaft der Welt spielen die Vereinigten Staaten nun einmal die maßgebliche Rolle bei der Beurteilung der konjunkturellen Entwicklung.

Bei der Recherche bin ich nun auf weitere alarmierende Wirtschaftsdaten gestoßen, die ich Ihnen heute vorstellen möchte. Eins muss Ihnen klar sein: Wenn in den USA tatsächlich eine Rezession kommen sollte, hätte das auch massive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung bei uns. Daher schaue ich besonders intensiv über den großen Teich und auf die dort aktuell veröffentlichten Wirtschaftsdaten.

Wirtschaftlicher Abschwung in vollem Gang

Dass wir derzeit einen wirtschaftlichen Abschwung erleben, steht außer Frage. Es ist nur noch offen, wie heftig dieser Abschwung sowohl in Nordamerika als auch bei uns in Europa ausfallen wird. Durch die immer stärker voranschreitende Vernetzung der einzelnen Teile der Welt, werden auch in der nächsten Krise die Folgen insgesamt heftiger ausfallen.

Aber allein die Daten aus den USA zeigen ganz deutlich die immer weiter nachlassende Dynamik der Wirtschaft. So haben in den USA die Firmen zuletzt immer weniger neue Jobs schaffen. Insgesamt ist die Anzahl der neuen Stellen auf dem niedrigsten Niveau seit 18 Monaten.

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Hinzu kommen auch branchenspezifische Schwächen. So haben die großen Autokonzerne General Motors, Ford, Nissan und Fiat Chrysler alle Umsatzrückgänge im Vergleich zum Vorjahr gemeldet die mindestens bei 5 % lagen. Extrem enttäuschend fielen sogar die Verkaufszahlen des Elektro Autoherstellers Tesla aus. Hier sackte die Anzahl der ausgelieferten Fahrzeuge um 31 % im 1. Quartal.

US-Einzelhandel bleibt in der Krise

Besonders aufschlussreich ist dabei auch immer der Blick auf die Entwicklung im Einzelhandel. Gerade in den USA haben in den vergangenen Jahren schon etliche große Ketten entweder massive Schließungen vorgenommen oder sind sogar komplett vom Markt verschwunden.

Jetzt meldete sich eine wichtige Kette aus dem Schmuckbereich und erklärte die Schließung von 150 Filialen in den USA. Im gesamten Einzelhandel sind die Stellenstreichungen aktuell um 92 % höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Und wenn weniger verkauft wird, muss auch weniger transportiert werden. Deshalb ist das Frachtaufkommen in den USA nun 3 Monate in Folge gefallen.

All diese Zahlen verdeutlichen eins immer mehr: Das ökonomische Fundament in den USA bekommt immer größere Risse. Und diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten. Vor allen Dingen werden im weiteren Jahresverlauf die positiven Effekte der US-Steuerreform ausbleiben, die noch 2018 die Wirtschaft in gewissem Maße angetrieben haben. Daher könnte die US-Konjunktur zu Beginn des kommenden Jahres tatsächlich in eine Rezession rutschen. Das hätte dann auch für uns unangenehme Folgen.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.