Es geht doch: Börsengänge in Deutschland

Börsengänge in Deutschland: Lesen Sie jetzt einen aktuellen Überblick über die deutsche IPO-Landschaft. (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Die Meldung der Woche: Nachdem die Anzahl der börsennotierten Unternehmen in Deutschland durch zahlreiche Übernahmen und Fusionen stark geschrumpft war, gibt es jetzt endlich auch wieder neue Namen auf dem Kurszettel.

In der aktuellen Marktphase war es definitiv kein Selbstläufer – aber der größte Börsengang in Deutschland seit 8 Jahren ist geglückt. Die Rede ist vom Börsengang der Bayer-Tochter Covestro. Covestro feierte am Dienstag dieser Woche sein Börsendebüt.

Investoren der Bayer-Abspaltung freuten sich am 1. Handelstag über einen ordentlichen Zeichnungsgewinn. Denn: Die Covestro-Aktie, die einen Emissionspreis von 24 Euro hatte, ging am 1. Tag mit einem Kurs von 26,50 Euro aus dem Handel.

Noch frischer als der Covestro-Börsengang ist der Börsengang des fränkischen Autozulieferers Schaeffler, der heute sein Börsendebüt feiert. Mehr dazu erfahren Sie in der kommenden Woche, in einem ausführlicheren Bericht über Schaeffler. Jetzt aber zunächst zu Covestro.

Weitere Details zum Covestro-Börsenstart

Am Dienstag dieser Woche um genau 9:21 Uhr erschien die Covestro-Aktie erstmals auf der Kurstafel und notierte zu diesem Zeitpunkt bereits bei 26 Euro und lag damit 2 Euro über dem Emissionspreis.

Im Handelsverlauf kletterte die Aktie dann sogar auf 26,99 Euro. Eine positive Entwicklung in einem schwierigen Börsenumfeld. „Das zeigt, dass auch größere Börsengänge in Deutschland möglich sind“, sagt Covestro-Finanzchef Frank Lutz. Der größte Börsengang in Frankfurt seit knapp 10 Jahren war also gelungen.

Doch der Börsengang der Bayer-Abspaltung Covestro war nicht der einzige Börsengang in Deutschland im laufenden Jahr. Ich werde jetzt die weiteren Börsengänge aus diesem Jahr kurz für Sie zusammenfassen.

Börsengänge in 2015 – eine kurze Übersicht

Den Start machte der Kabelfernseh-Anbieter Tele Columbus am 23. Januar. Der Emissionspreis der Tele-Columbus-Aktie lag bei 10 Euro und der aktuelle Kurs liegt bei rund 11,40 Euro. Damit beträgt der Gewinn derjenigen, die die Aktie im Januar gezeichnet haben, bis heute 14%.

Im Juli 2015 gingen die Pfandbriefbank und das Immobilienunternehmen Ado Properties an die Börse. Der Emissionspreis der Aktie der Pfandbriefbank lag bei 10,75 Euro und der aktuelle Kurs liegt bei 11,02 Euro.

Die Ado-Properties-Aktie kostete bei der Zeichnung 20 Euro und der heutige Kurs beträgt 22,51 Euro. Damit kosten auch diese beiden Aktien heute mehr als zum Zeitpunkt des Börsengangs.

Danach folgte am 1. Oktober der Börsengang der Scout24-Gruppe. Scout24 ist ein Betreiber verschiedener Internet-Portale und Online-Handelsplätze. Unter anderem gehören ein Immobilien- und ein Gebraucht- und Neuwagen-Verkaufsportal zu der Scout24-Gruppe.

Der Emissionspreis der Scout24-Aktie lag bei 30 Euro und die Aktie notiert heute bei 29,45 Euro und damit minimal unter dem Emissionspreis. Damit ist die Scout24-Aktie die einzige Aktie eines Unternehmens, welches in diesem Jahr in Deutschland an die Börse ging, die aktuell im Minus liegt.

Weitere Börsengänge könnten noch in diesem Jahr folgen

Die weiteren Kandidaten für einen Börsengang sind vielschichtig. Nachdem der Baustoffhersteller Xella einen Rückzieher machte, hockt jetzt die Reederei Hapag-Loyd in den Startlöchern.

Als kleinere Aspiranten für einen baldigen Börsengang haben sich Chorus Clean Energy im zweiten Anlauf und das Textilunternehmen Steilmann angesagt. Sie sehen also: Die deutsche Börsenlandschaft bleibt in Bewegung.

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.