Es tut sich so einiges bei den Minen-Aktien

Lieber Value-Anleger,

BHP kündigte im August 2014 im Rahmen seines Konzernumbaus die Abspaltung von nicht länger erwünschten Geschäftsteilen an, darunter Kohlebergwerke und Aluminiumhütten.

BHP Billiton spaltet South32 ab

Aktionäre stimmten dem Spin-off mit großer Mehrheit zu. Jetzt wurden einige Projekte von BHP in South32 ausgegliedert und an die Börse gebracht. Der Name lehnt sich an den 32. südlichen Breitengrad an, der durch Australien und Afrika geht, wo sich die meisten der Unternehmensteile befinden.

Dabei umfasst South32 etwa ein Drittel aller Geschäftsaktivitäten des Rohstoffkonzerns. South32 erreichte beim Börsendebüt einen Wert von knapp 11 Mrd A$ und ist somit zu einem Schwergewicht der Rohstoffbranche aufgestiegen.

Die Aktie von South32 mit Sitz in Perth wurde als eines der größten börsennotierten Unternehmen in Australien in den S&P/ ASX 200-Index aufgenommen. BHP rechnet durch die Abspaltung mit einmaligen Kosten von etwa 738 Mio $. Im Gegenzug sollen die jährlichen Kosten durch die Aktion um 100 Mio $ sinken.

Anglo American fährt hohen Verlust ein …

Obwohl sich die Wirtschaft im Hauptabnehmerland China derzeit spürbar abkühlt und der Eisenerzpreis um gut die Hälfte eingeknickt war, hatten Anglo American und BHP ihre Eisenerzproduktion deutlich ausgeweitet.

Bei Anglo soll die Produktionsausweitung sogar weitergehen. Dieses Jahr plant der Konzern einen Ertrag für die Minen in Südamerika mit bis zu 48 Mio Tonnen Erz, während die neuen brasilianischen Förderstätten bis zu 14 Mio Tonnen aus dem Boden holen sollen.

Zusammen wäre das ein Viertel mehr als 2014. Dabei hatte Anglo wegen des Preisverfalls bereits 3,5 Mrd $ auf das neue Projekt in Brasilien abschreiben müssen und vergangenes Jahr erneut einen Milliardenverlust eingefahren.

Wegen der Entscheidung der chinesischen Regierung, die einheimischen Eisenerzproduzenten steuerlich zu entlasten, dürfte sich das Überkapazitätsproblem verschärfen.

… und trennt sich von unprofitablen Geschäftseinheiten

Bei anderen Rohstoffen war die Entwicklung höchst unterschiedlich. So wurden vom Edelmetall Platin mit 536.000 Unzen 50% mehr gefördert. Bei Kupfer stand wegen Produktionsausfällen in Chile 15% weniger Ausbeute zu Buche. Insgesamt verschiffte der Konzern auch weniger Kohle für die Stahl- und Stromerzeugung.

Bei Platin, Kupfer und Kohle will sich der Konzernchef von Förderstätten trennen und sich auf profitableres Geschäft konzentrieren. Im Zuge des Konzernumbaus steht jetzt auch der Kohlebergbau auf dem Prüfstand.

Bis 2017 könnte sich dadurch die Zahl der Angestellten und Vertragsmitarbeiter von 162.000 auf etwa 102.000 reduzieren. Die letzte Massenentlassung in Südafrika hat hohe Wellen geschlagen: 2013 sollten 14.000 der 57.000 lokalen Mitarbeiter entlassen werden.

Niedrige Rohstoffpreise belasten Glencore

Glencore nennt die niedrigeren Rohstoffpreise als Grund für den Rückgang bei allen Kennzahlen, und auch die industriellen Aktivitäten haben unter einem niedrigeren Preisniveau gelitten, insbesondere bei den Energieträgern. Jetzt werden die Investitionen von 7,9 auf höchstens noch 6,8 Mrd $ gekürzt.

Glencore hatte bereits Produktionskürzungen in Australien und Südafrika angekündigt. Das Management schaut aber zuversichtlich auf das laufende Jahr. Obwohl konjunkturelle Rückschläge nicht ausgeschlossen werden können, sei die physische Nachfrage nach Rohstoffen weiter gesund, sagt Glencore.

Ich wünsche Ihnen allzeit gute Investments

Ihr Volker Gelfarth

7. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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