Eskalation mit Nordkorea: Gold so teuer wie lange nicht mehr

Die USA drohen Nordkorea inzwischen mit einer militärischen Antwort. Gold zieht daraufhin an; es war zuletzt vor 1 Jahr so teuer wie jetzt. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Es wird wohl ernst – die USA drohen Nordkorea inzwischen mit einer deutlichen militärischen Antwort.

Gold zieht daraufhin an; es war zuletzt vor 1 Jahr so teuer wie jetzt. Der DAX und die anderen Indizes scheint dies heute einmal nicht zu interessieren.

So reagiert der Goldpreis auf Nordkorea

Gold ist vorherige Woche aus dem Aufwärts-Trendkanal ausgebrochen. Das hatten wir uns bereits angeschaut.

Die im Chart eingezeichnete blaue Linie dient nun als Widerstand gegen fallende Kurse.

Gold hatte diese nach dem Ausbruch auch noch einmal direkt getestet – sehr vorbildlich, so soll es sein.

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Die grüne 200-Tage-Linie ist weit entfernt. Die orange 20-Tage-Linie hat dem Goldpreis in der letzten Zeit guten Halt geboten.

Gold hat sich daran hochgezogen, bis dann der Ausbruch geschah. Im Chart erkennen Sie, dass die 20-Tage-Linie nicht der heilige Gral für die Goldpreis-Vorhersage ist.

Dennoch ist es ein Widerstand. Wenn dieser gebrochen wird – was oft nicht allzu schwer ist – laufen die Kurse erst einmal weiter in dieselbe Richtung.

Aber werfen wir einmal den Blick auf das Große und Ganze:

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Gold so teuer wie zuletzt 09/2016

Gold ist so teuer wie zuletzt im September 2016. Damals wurde das Hoch bei 1.375 US-Dollar Stück für Stück abverkauft.

Richtig viel Action gab es dann zur US-Wahl: Donald Trump gewann und Gold verlor über 1.000 US-Dollar pro Unze – die Welt war gerettet, oder doch nicht?

Kaum ist Trump im Amt – nein, sogar noch kurz davor! –, dreht der Goldpreis wieder nach oben und sprintet Richtung 1.260 US-Dollar.

Es folgt eine Seitwärts-Phase im Bereich zwischen 1.200 und 1.300 US-Dollar. Dann zündet Nordkorea eine Rakete, die über Japan fliegt, und es wird ernst.

Gold ist auf dem Weg Richtung 1.350 US-Dollar und kann in den nächsten Tagen auch 1.375 US-Dollar erreichen.

Säbelrasseln aus den USA kennen wir, nur: Lässt sich ein Kim Jong-un davon beeindrucken? – Es würde mich wundern, aber er darf mich gerne überraschen.

Gold : Das ist möglich

Es gibt also 2 grundsätzliche Richtungen, wie das Thema die nächsten Wochen ausgehen könnte:

  1. Entweder kommt es zu einer Eskalation – dann steigt der Goldpreis sicherlich auch kurzzeitig über die blaue Linie.
  2. Oder das Sprichwort „Hunde, die bellen, beißen nicht“ wird wahr – wenn Ruhe einkehrt, kann auch Gold wieder in den Bereich unter 1.300 US-Dollar fallen.

Solange es aber keine eindeutige Lösung dafür gibt, ist ein Fortbestand im Bereich zwischen 1.300 und 1.375 US-Dollar sehr wahrscheinlich.

Die Kurse können dann vorerst tagesaktuell und je nach Stand der Gerüchteküche schwanken. Gold bekommt auf jeden Fall einen spannenden Herbst geliefert!


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.