Esprit Aktie

Die Esprit Holdings Limited ist eines der weltweit größten Textilunternehmen und in rund 44 Ländern aktiv.

Neben dem Hauptprodukt der Bekleidung vertreibt der Konzern unter anderem auch Schuhe, Möbel oder Schmuck.

In Deutschland werden knapp 44 Prozent der Umsätze von Esprit erwirtschaftet, auf das restliche Europa entfallen etwa weitere 40 Prozent. Der Wachstumsmarkt Asien erwirtschaftet derzeit knapp 14 Prozent der Umsätze.

Offiziell befinden sich die Hauptsitze der Esprit Holdings Limited auf den Bermudas, in Hongkong und in Ratingen. Im Geschäftsjahr 2011 waren 14.192 Mitarbeiter bei Esprit tätig. Das Unternehmen wird seit 2009 von Ronald van der Vis geleitet.

Schwaches Geschäftsjahr 2010/2011

Die Zahlen für das Esprit-Geschäftsjahr 2010/2011 waren enttäuschend und verfehlten die Erwartungen der Analysten. Die schlechte Entwicklung deutete sich bereits in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres an.

Im Vergleich zum Vorjahr musste Esprit Einbußen bei Umsatz und Gewinn hinnehmen. Besonders der Gewinn brach um ein Vielfaches ein, so dass der Konzern nur knapp an roten Zahlen vorbeiwirtschaftete. Trotz der herben Verluste ging der Absatz von Esprit nur um einen Prozentpunkt zurück.

Esprit Aktie im Keller – Fundamentale Kennzahlen herausragend

Seit Frühjahr 2010 hat die Esprit Aktie eine beständige Talfahrt hingelegt. Der sinkende Aktienkurs ist mit der schwachen Geschäftsentwicklung und dem sinkenden Marktanteil des Textilunternehmens zu begründen. Die Kehrseite der Medaille ist die deutliche Unterbewertung des Titels. Aus fundamentaler Sicht steht die Esprit Aktie hervorragend da.

Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,7 kann der Titel fundamental punkten. Auch die Eigenkapitalquote von rund 64 Prozent weiß voll zu überzeugen. Spätestens der Blick auf die Dividendenrendite von knapp neun Prozent und dem geschätzten 2012er KGV von 6,5 belegt, dass die Aktie insgesamt stark unterbewertet ist. Einzig das PEG (1,3) ist durchschnittlich. Durch die schlechte Geschäftsentwicklung ist allerdings mit einer Herabsenkung der Dividende zu rechnen.

Unsichere Zukunft vs. Unterbewertung der Aktie

Nach der Veröffentlichung der schwachen Zahlen des Geschäftsjahres 2010/2011 machte sich Ernüchterung bei Anlegern breit. Esprit hat mit sinkenden Marktanteilen zu kämpfen und sieht einer unbekannten Zukunft entgegen.

Auf der anderen Seite steht die deutliche Unterbewertung der Aktie. In den vergangenen 18 Monaten hat der Titel mehr als 80 Prozent seines Wertes eingebüßt. Stellt sich für Anleger die Frage, inwieweit die schwierige Entwicklung, die ungewisse Zukunft und die sinkenden Marktanteile bereits im Kurs eingepreist sind?

Auch wenn die Esprit Aktie momentan ein Schnäppchen ist, sind die mittelfristigen Risiken nur schwer abzuschätzen. Analysten sind sich ebenfalls unklar darüber, wohin der Weg von Esprit führen wird und raten zumeist, die Aktie zu halten.

Analyse der Esprit Aktie

* Bewertung nach Schulnotensystem

Die Kennzahlen und Auswertungen richten sich im Kern nach Benjamin Grahams Fundamentalanalyse: https://www.gevestor.de/shop/details/intelligent-investieren.html

24. Oktober 2011

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Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.

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