ETF-Dividenden-Fonds: die europäische Renditefalle

Wer jetzt auf europäische Finanztitel setzt, wird wegen Griechenland zittern.

Diese Meinung vertreten wir seit langer Zeit.

Beachten Sie: Längerfristigen Statistiken belegen, dass die Sorge berechtigt ist.

Denn: Europäische Indizes wie der DJ EuroStoxx 50 entwickelten sich bei weitem nicht so gut wie die amerikanischen Pendants. Auch der Dax hat die besseren Ergebnisse hingelegt.

Das bedeutet: Wer etwa vor 5 Jahren ETFs auf den DJ EuroStoxx 50 kaufte oder sogar Dividendenfonds mit demselben Anlageobjekt, steckt in Verlusten. Bis zu 50% ging es runter, so die Statistiken.

Zeitgleich haben Investoren mit anderen Dividendenfonds schöne Gewinne erzielen können. Der Vergleich belegt die Schwäche der europäischen Dividenden-Aktien.

Vorsicht: Rückblick nicht zu 100% entscheidend

Bevor wir den Vergleich starten, noch eine Einschränkung: Der Rückblick auf die vergangenen 5 Jahre hat bei diesen Fonds/Indizes keine 100%-ige Aussagekraft, da gerade Indizes zyklisch zwischen oben und unten schwanken.

Das heißt: Seit etwa 1/2 Jahr schneidet auch der DJ EuroStoxx 50 besser ab, sodass auch die Dividendenfonds höhere Renditen erwirtschaftet haben.

Aber:

  • In den vergangenen 5 Jahren verloren europäische Dividendenfonds bis zu 50%. Dies lag am hohen Anteil von Banken (bis zu knapp 30%) in den Fonds. Das bedeutet:
  • Ist der Bankenanteil deutlich höher als 20%, wird eine Investition zu eindimensional.
  • Wir rechnen damit, dass die Finanzinstitute in den nächsten Monaten noch einige Abschreibungen vornehmen müssen. Kommt es zu Kursrutschen, werden Dividendenfonds selbst bei insgesamt steigenden Kursen enttäuschen.
  • Wer auf Dividenden setzen möchte und gleichzeitig eine breite Streuung anstrebt, fährt daher mit weltweit anlegenden Dividendenfonds schon besser. So gibt die Deutsche Bank einen Fonds heraus (ISIN LU0292096186), der höhere Renditen verspricht, da der Bankenanteil deutlich geringer ist.
  • Nur: Je weiter gestreut Sie investieren, desto geringer werden die möglichen Kursgewinne 2012 sein. Denn: In einem solchen Fonds stecken auch US-Aktien, die zumindest hinsichtlich der Dividende 2012 wenig glänzen werden.

GeVestor meint:

Ideal sind unserer Meinung nach vor allem ETFs auf den deutschen Dax oder auf die beiden größten Indizes Dax und MDax. Mit gut 3,5% sind hier auch die Dividenden vergleichsweise hoch.

Der Vorteil: Die Dividenden werden nach unseren Schätzungen auch 2013 hoch bleiben.

Unter den Fondsgesellschaften selbst haben Sie die freie Wahl, da die ETFs, soweit sie sich auf Indizes beziehen, kaum unterscheidbar sind.

Wichtig für Sie, wenn Sie unter anderem auch gegen die anstehende Eurokrise investieren: Fonds bilden Sondervermögen. Damit sind Sie nicht abhängig von der Zahlungsfähigkeit der Fondsgesellschaften.

Selbst im Konkursfall ist das Vermögen zugänglich – da Sie direkten Zugriff darauf haben. Zertifikate hingegen sind Anleihen und daher im Zweifel Teil der Konkursmasse.

23. Februar 2012

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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