EU 2015: Wirtschaftschaos, Flüchtlingsstreit und Zwangsenteignungen

Die EU im Chaos und vor der Zerreißprobe. Die Flüchtlingsfrage zeigt das wahre Gesicht Europas. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Der VW-Abgasskandal, die heillose Zerstrittenheit zwischen den EU-Mitgliedsstaaten in Fragen der Flüchtlings-Kontingente, wirkungslose Russland-Sanktionen, die sich ins Gegenteil verkehren, schwache Konjunkturdaten aus China, Rätselraten um die Zinswende in den USA, Geheime TTIP-Verhandlungen, Ukraine-Krise, IS-Terror …

All das und noch einiges mehr wird sich direkt oder indirekt auf den Wert des Geldes – und damit auf Ihr eigenes Leben, Ihr Vermögen – auswirken. Ihnen stehen harte Zeiten bevor…

Das Versagen der EU

Als unser Leser wissen Sie, dass die EU am laufenden Band versagt. Die Union wird mitnichten ihrer Rolle gerecht, die sie sich einmal auf ihre Fahnen geschrieben hat.

Die Mitgliedsländer verarmen immer mehr. Die Staatsschulden explodieren, die soziale Gerechtigkeit geht immer mehr flöten und das nicht nur in den sogenannten Krisenstaaten.

Die Minizins-Politik der EZB bleibt wirkungslos und führt dazu, dass der Sparer immer mehr von seinen Rücklagen enteignet wird. Kapitallebensversicherungen sind nicht mehr das Papier wert, auf dem sie stehen.

Die Vereinigten Staaten von Europa sind gescheitert

Mit dem Wahlsieg der Katalanen am vergangenen Sonntag, die von Spanien unabhängig werden wollen, beginnt die Rezession.

Das reiche Katalonien erbringt ein Fünftel der spanischen Wirtschaftsleistung, das aufgrund von Transfer-Zahlungen an die ärmeren Regionen Spaniens geht.

Mit der Abspaltung vom Mutterland könnten Kataloniens Steuereinnahmen um 12 Mrd. € steigen.

Eine neue Ära wird eingeleitet: die Ära der Separatisten, die genug haben von der Verbrüsselung.

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Der Traum von den Vereinigten Staaten von Europa ist längst ausgeträumt. Die Politiker in den EU-Mitgliedsländern wissen das, lassen ihre Bürger darüber allerdings im Unklaren.

Die EU und Deutschland scheitern an der Flüchtlings-Politik

V. a. die Auseinandersetzungen um eine einheitliche Flüchtlings-Politik hat klar gemacht, wie zerstritten dieses Europa wirklich ist:

Es sind Kluften entstanden, die so einfach nicht mehr zu kitten sein werden. Sie reichen von “Alle-Flüchtlinge-rein” bis “rigoroser Zaun-Abschottung”.

Eine gemeinsame europäische Einwanderungs-Politik, um die Migrations-Ströme wirksam zu steuern, illegale Einwanderung und Menschenhandel zu bekämpfen, ist gescheitert.

Eine Einigung ist nicht in Sicht, weil sich v. a. die osteuropäischen Mitgliedsländer gegen Quoten wehren.

Deutschland im Fokus

Die Hauptlast trägt ohnehin Deutschland.Bundeskanzlerin Merkel mit ihrer Willkommens-Kultur ist schuld daran. Kritik erntet sie jetzt sogar aus den eigenen Reihen.

Die nationale Aufgabe, von der sie andauernd spricht, wird nicht nur zum parteipolitischen Zankapfel, sondern zu einer Zerreißprobe für die gesamte Republik – ein gefährlicher Ritt auf der Rasierklinge.

Wie vergangenen Sonntag die Wahlen in Oberösterreich gezeigt haben, werden die Rechtspopulisten durch diese fehlgeleitete Flüchtlings-Politik immer stärker.

Denn dort erreichte die FPÖ ein fulminantes Ergebnis; konnte ihre Stimmen von 15,1 auf 30,4% mehr als verdoppeln.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.