EU will, dass deutsche Steuerzahler für Real Madrid haften

Würden Sie 100 Euro oder auch „nur“ 10 Euro zahlen, damit der Fußballklub Real Madrid einen Fußballspieler für 100 Millionen Euro kaufen kann?

Damit solche und ähnlich größenwahnsinnige Geldverschwendungen nicht zu Lasten des Steuerzahlers passieren können, seien die deutschen Banken und Sparkassen gelobt.

Denn so ein Geldverschleudern wollen die deutschen Kreditinstitute gemeinsam verhindern.

Fußballverein riskiert Steuergelder

Hintergrund: Der Fußballverein Real Madrid hat für die Rekordsumme von 100 Millionen Euro einen Spieler gekauft.

Schon vor diesem Kauf hatte der Club Schulden von knapp 100 Millionen Euro. Es wurden andere Spieler ge- und verkauft, sodass sich die Verschuldung nun um die 150 Millionen Euro bewegen mag.

Die Schulden hat Real Madrid bei Banken. Wird Real Madrid insolvent, verbuchen die Banken den Verlust.

Werden die Banken insolvent, haftet der Steuerzahler, somit letztlich auch für den größenwahnsinnigen Transfer des Spielers. So weit so schlecht in einem Land, das gleichzeitig eine Arbeitslosenquote von 26,3% hat.

EU will, dass deutsche Steuerzahler für Real Madrids Größenwahn haften

Die EU plant eine Bankenunion. Bei einer EU-weiten Bankenunion würden die Kreditinstitute europaweit füreinander haften.

So z.B. die kleine Sparkasse aus dem Sauerland für die spanische Bank, die den Größenwahn von Real Madrid mitfinanziert hat, wenn diese insolvent würde.

Kurz: Die EU plant einen gemeinsamen Einlagenschutz aller Banken aus dem EU-Raum.

Damit ist der größenwahnsinnige Transfer im Fußball nur eine Randnotiz. Er zeigt aber plastisch auf, zu welchem „Wahnsinn“ eine entsprechende Regelung führen würde.

Insgesamt geht es in der EU gegebenenfalls um die Absicherung von Sparguthaben, Tagesgelder etc. in einer Größenordnung von deutlich über 3 Billionen Euro.

Deutsche Kreditinstitute geschlossen gegen EU-Bankenunion

Bereits vor rund einem Jahr haben sich die Sparkassen und Genossenschaftsbanken mit einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin deutlich gegen eine gemeinsamen Einlagenschutz aller EU-Kreditinstitute ausgesprochen. Nun haben sie starke Unterstützung bekommen:

Auf einer Tagung der Banken hat Deutsche Bank-Chef Anshu Jain den Schulterschluss mit den Sparkassen und Genossenschaftsbanken vollzogen und sich auch gegen einen gemeinsamen Einlagenschutz aller Banken aus dem EU-Raum ausgesprochen.

Ein Lob an deutsche Banken und Sparkassen

Ich hoffe, dass sich die starke Allianz aller deutschen Kreditinstitute gegen die unsinnige geplante Bankenunion der EU durchsetzen wird. Deshalb:

Wer meine Kommentare seit einiger Zeit liest, weiß, wie scharf ich Banken oft kritisiere. Ehre, wem Ehre gebührt beziehungsweise Lob, wem Lob gebührt: Ein Lob an die deutschen Kreditinstitute!

Zum guten Schluss: Heute vor genau 123 Jahren, also am 10.09.1890, kam Franz Viktor Werfel, der deutschböhmische Schriftsteller, in Prag zur Welt. Er schrieb:

„Müßiggang ist allen Geistes Anfang.“

Ich wünsche Ihnen Müßiggang und eine spannende Woche

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

10. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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