EU-Zankapfel Migration

Hinsichtlich der Flüchtlingskrise wird gelogen, manipuliert, getäuscht und vertuscht. Zeit also für die ganze Wahrheit und für Lösungen. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Die Flüchtlingskrise dominiert die Politik in der EU. Direkt oder indirekt. Lösungen sind schwer auszuhandeln. Dabei gibt es solche durchaus.

Wir haben Ihnen einige davon bereits aufgeführt. Dazu gehören: Bekämpfung der Fluchtursachen, Hilfe für die Nachbarländer und Unterstützung und Wiederaufbau.

Ungeschminkte Wahrheit über das Asyldrama

Zur ungeschminkten Wahrheit gehört aber auch: Wenn sich die Menschen erst einmal außerhalb ihrer Heimatländer, größtenteils also in Europa, niedergelassen haben, ist eine Rückkehr sehr unwahrscheinlich.

Die Flüchtlingskinder gehen dann hier in den Kindergarten und in die Schule. Die Eltern haben vielleicht einen Arbeitsplatz. Deshalb ist es unwahrscheinlicher, dass sie in ein Land zurückkehren, das gerade erst einen Krieg beendet hat.

Es gibt jedoch noch weitere Lösungsvorschläge.

Geberländer & Wiederaufbau

Im Oktober 2015 stellten UNO, Weltbank und Islamische Entwicklungsbank ihr Konzept vor, wie den Krisenregionen geholfen werden könnte.

Demnach sollen Geberländer über Zuschüsse besonders günstige Kredite für Länder finanzieren, die einen Großteil von Flüchtlingen aufgenommen haben. Wie etwa Jordanien oder der Libanon. Eventuell mit null Zinsen.

Sukuk-Anleihen und was Sie darüber wissen müssen

UNO, Weltbank und Islamische Entwicklungsbank fordern auch, über spezielle Anleihen, darunter sogenannte Sukuk-Anleihen, Geld für den Wiederaufbau, beispielsweise in Syrien, einzusammeln. Dafür sollen Geberländer garantieren.

Das sollten Sie wissen: Sukuk-Anleihen müssen dem islamischen Recht der Scharia entsprechen. Das heißt im Klartext, dass die Geschäfte mit den islamischen Werten übereinstimmen müssen.

Konkret: Investitionen in Anlagen, die mit der Erzeugung von Schweinefleisch, Waffen, Alkohol oder Erotik zu tun haben, sind verboten. Zinsen, die als Wucher gelten, ebenso.

Zudem müssen alle Vertragsklauseln transparent sein. Gewinne aus Glücksspiel und Spekulationen gelten als unmoralisch. Deshalb könnten Sukuk-Anleihen speziell auch Investoren aus den Regionen der Krisenländer anziehen.

Waffenverbot in den Nahen Osten

Der nachfolgende Vorschlag von Thorbjörn Jagland, dem Generalsekretär des Europarats, erachte ich für absolut sinnvoll! Er forderte ein komplettes Verbot von Waffenlieferungen in den Nahen Osten.

Ebenso die Ansetzung einer Nahost-Konferenz unter UN-Mandat. Sowie die Einbeziehung der USA, Kanadas, der Golf-Staaten und Russlands bei der Aufnahme von Flüchtlingen.

Und außerdem: Bessere Aufnahmezentren an den Außengrenzen Syriens. Sofortige Finanzierung des UNHCR-Regionalprogramms, das nur zu 20 Prozent finanziert ist. Sofortige Aufhebung des Wirtschaftsembargos gegen Syrien, das zu sozialer Verelendung führt, denn die Großmächte liefern zwar Waffen in die Region, lebensnotwendige Güter für die Bevölkerung jedoch nicht!

Auffanglager für Flüchtlinge

Immer öfter wurden und werden auch weiter die Ideen von vorgelagerten Auffanglagern für Migranten diskutiert. Sogenannte Asyl- oder Willkommenszentren der EU.

Sie erinnern sich vielleicht, dass auch im Bundestagswahlkampf 2017 darüber gesprochen wurde. Bereits 2014 machte der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière darauf aufmerksam, solche Zentren in Kooperation mit dem UNHCR in Nordafrika zu errichten.

Dort soll geprüft werden, wer Anrecht auf Asyl hat.  Allerdings dürfte der Sicherheitsaspekt eine große Rolle spielen, wo diese Camps überhaupt entstehen.

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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.