EUR/USD: Hier kommt der Ausbruch mit Ansage

Das Währungspaar bietet bald reichlich Action. Wir schauen uns den Chart genau an und überlegen, wann ein Einstieg in einen Trade wirklich sinnvoll ist. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Der Euro hat seine letzte gute Zeit Mitte April gesehen. Seitdem gingen die Kurse steil nach unten. In den vergangen Wochen haben sich die Kurse auf einen kleinen Bereich eingeschossen. Die Jahreshochs um 1,25 EUR/USD im Frühjahr wurden nie mehr reicht. Jetzt befinden wir uns  zwischen 1,15 und 1,17 – Tendenz enger werdend.

EUR/USD bereitet den Ausbruch vor

Das zeigt der folgende Chart deutlich: Die Spielraum der Kurse wird immer enger. Oben begrenzt die grüne Abwärtstrendlinie. Unten ist der Widerstand bei der roten horizontalen Linie.

Hoffnung macht die 50-Tagelinie. Auch wenn wir natürlich seit Monaten unter ihr notieren, ist sie wieder in sehr greifbare Nähe gerutscht. Interessant ist hier auf jeden Fall zu sehen, wie die SMA-50 fast direkt auf der Abwärtstrendlinie verläuft. Das verdeutlicht auch noch einmal den starken Rückgang der Kurse über die vergangenen 50 Tage.

Die Charttechnik sagt weiter fallende Kurse voraus

Allerdings brauchen wir jetzt noch nicht das Währungspaar verkaufen. Noch ist diese Entscheidung nicht gefallen. Laut Charttechnik befinden wir uns einem Dreieck mit fallenden Kursen und hier brechen die Kurse dann häufiger nach unten aus. Ob das aber tatsächlich so kommen wird, wissen wir vermutlich spätestens in zwei Wochen.

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Die 20-Tagelinie in Orange wurde jetzt auch schon wieder zweimal auf Tagesschlusskursbasis überschritten. Danach ging es zwar wieder retour, aber das zeigt immerhin vorsichtig Stärke. Der Boden bei 1,15 wurde seit mehreren Tagen auch nicht mehr getestet. Die Kurse machen den Eindruck, dass sie eher nach oben hin ausbrechen wollen. Aber auch hier: Handbremse anziehen! Noch ist die Entscheidung nicht gefallen. Wir werden unter Umständen in die Verlängerung gehen.

Was ist ein nachhaltiger Ausbruch?

Die erste Bewegung aus diesem Dreieck ist für viele Investoren noch kein Grund diese mitzuspielen. Im Idealfall laufen die Kurse danach noch einem das Dreieck von außen an und setzen erst dann den Trend des Ausbruchs fort. Sobald das geschehen ist, kann gewissenhafter investiert werden.

Der Nachteil: Sie werden nicht immer dieses perfektes Muster sehen. Auf einen so mustergültigen Verlauf zu warten, kann Sie einige Trades kosten. Allerdings wird Ihre Trefferquote deutlich besser sein, wenn Sie solch ein solides Signal mitnehmen. Denn sogenannte Fehlausbrüche sind keine Seltenheit. Wer dann bereits investiert ist, hat schnell das Nachsehen und wird ausgestoppt.

Deshalb sollten Sie enge Stopps setzen, wenn Sie derart schnelle Trades planen. Denn der Bumerang kommt manchmal früher zurück, als Sie denken.

Der Vorteil: Wenn Sie tatsächlich Geduld beweisen und nur die nachhaltigen Ausbrüche spielen, müssen Sie auch nicht immer sofort mit dem Finger am Abzug vor dem Computer sitzen. Ein nachhaltiger Ausbruch besagt, dass die Kurse einmal außerhalb des vorherigen Bereichs einen Tagesschlusskurs bilden. Erst danach sollen sie noch einmal die alten Grenzen anlaufen. Genau das ist dann der ideale Zeitpunkt für den Beginn Ihres Trades.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.