Euro am Scheideweg

Die Relation zweier wirtschaftlich miteinander verknüpfter Volkswirtschaften beeinflusst in hohem Maße die Wirtschaftlichkeit ihrer Im- und Export treibenden Unternehmen. Das gilt in ganz besonderem Maße für 2 Regionen:

Der Euro ist die Währung der Europäischen Währungsunion, der US-Dollar das gemeinsame Zahlungsmittel der 50 amerikanischen Bundesstaaten (USA). Der Euro ist heute nach dem US-Dollar die bedeutendste Weltwährung. Die Relation von Euro zu US-Dollar ist somit die weltweit wichtigste zwischen zwei Volkswirtschaften.

Ein starker Euro bringt der europäischen Wirtschaft Vor- und Nachteile, wobei jedoch die Nachteile überwiegen.

So wirkt sich ein fester Euro verbilligend auf die importierten und zumeist in US-Dollar gehandelten Rohstoffe aus. Ausfuhren aus der Eurozone werden hingegen durch einen starken Euro verteuert und schwächen so die stark auf Export ausgerichteten Wirtschaften der Eurozone.

Das sollten Sie bei US-Investments unbedingt beachten

An der Börse drückt ein starker Euro daher tendenziell auf die Kurse exportorientierter europäischer Unternehmen, während import-lastige Konzerne eher bevorzugt werden. Das Gesagte gilt natürlich in umgekehrter Weise für die USA bei einem festen US-Dollar und mithin schwachen Euro.

Als Euro-Anleger spielt die Entwicklung dieses Währungspaares auch bei Ihren Investments in US-Geldanlagen eine wichtige Rolle:

So bedeutet ein steigender US-Dollar bzw. sinkender Euro für Sie, dass Sie tendenziell mit zusätzlichen Währungsgewinnen bei Ihren USD-Engagements rechnen dür­fen. Ein sinkender US-Dollar bzw. steigender Euro führt hingegen in der Tendenz zu Währungseinbußen, die Ihre Performance entsprechend negativ beeinflussen.

Ein steigender Euro / sinkender US-Dollar wirkt sich somit tendenziell negativ auf die europäischen Börsen und eher positiv auf die Wall Street aus. Ein sinkender Euro und mithin starker US-Dollar bevorteilt zumeist die Euro-Finanzmärkte, während die US-Aktien in der Regel schlechter davon kommen.

Historie der Euro / USD-Entwicklung

Schauen wir nun einmal auf die langfristige Entwicklung von Euro und USD, um uns einen Überblick über die Historie zu verschaffen:

euro usd seit 1984-03-02-2016

Euro / USD: Seit 8 Jahren Pendeln im Abwärtstrend

Seit nahezu 8 Jahren bewegt sich das Währungspaar tendenziell abwärts und pendelt innerhalb des entstandenen Trend-Kanals auf und ab.

Auf den steilen Absturz 2014 / 2015 folgte eine Stabilisierungsphase. Sie erkennen das auch an der Unterstützung, die um 1,05 (pinkfarbene Linie) ausgebildet wurde. Aktuell stehen Euro / USD unmittelbar an dem seit 2014 gültigen Abwärtstrend (blauer Kreis).

Ein Ausbruch nach oben, der eine Bewegung an die Oberseite des Trend-Kanals folgt, wäre die offensichtliche Entwicklung. Allerdings kreuzen sich bei etwa 1,03 die Unterseite des Trend-Kanals und der seit 1985 bestehende Aufwärtstrend.

Sie sehen: Die weitere Entwicklung kann eine durchaus historische Perspektive gewinnen.

Morgen blicken wir auf die aktuelle Situation im Tages-Chart, um daraus weitere Erkenntnisse für die mögliche Tendenz zu erlangen. Ich kann Ihnen schon jetzt versprechen: Es ist derzeit ungemein spannend!

3. Februar 2016

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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