Euro in der Krise – Das sind die Gründe

Die Krise des Euro verschärft sich – doch davon merken wir in Europa kaum etwas.

Das mag daran liegen, dass der Euro im Vergleich zu anderen Währungen in diesen Tagen besonders schwach notiert.

Euro unmittelbar vor Parität mit dem US-Dollar

So sackte der Euro im Verhältnis zum US-Dollar Mitte Dezember 2016 weiter ab – und zwar auf den niedrigsten Stand seit Januar 2003.

Damit sieht es jetzt eben so aus, als ob der Euro aktuell auf dem Weg zur Parität mit dem Dollar ist –  das ist schon eine massive Verschiebung.

Stellen Sie sich vor: In nur 3 Jahren hat der Euro gegenüber dem US-Dollar knapp 1/4 an Wert verloren.

Das ist schon eine dramatische Entwicklung, die v. a. auch massive Auswirkungen auf die Wirtschaft der Euro-Zone hat.

Fakt ist: Der schwache Euro macht beispielsweise für Europäer einen Urlaub im Dollar-Raum deutlich teurer.

Das hat sicherlich auch Folgen – aber die sind natürlich nicht so massiv, wie es sie es für die Wirtschaft sind. Beispiel Öl: Wie Sie wissen, wird der Ölpreis in Dollar festgelegt.

Wenn der Dollar aber stark ist, müssen eben viele Unternehmen mehr für Öl ausgeben.

Das ist zuletzt nicht so deutlich aufgefallen, da der Ölpreis in den vergangenen 18 Monaten sehr schwach tendiert hat. Aber die Wechselkurs-Effekte haben hier schon eine große Rolle gespielt.

Italienische Banken als akuter Krisenherd

Ein kurzfristiger Aspekt, der die Euro-Schwäche sogar noch weiter befeuern kann, liefert der angeschlagene europäische Banken-Sektor.

Die Probleme sind eben in den verschiedenen Ländern unterschiedlich groß.

Die Deutsche Bank erlebte zuletzt einen massiven Aufstieg – doch das ist für mich nicht mehr als ein Strohfeuer. Die großen Gefahren in der Bilanz der größten deutschen Bank existieren weiter.

Aber noch sehr viel größer sind die Probleme ganz aktuell in Italien; dort steht eigentlich der gesamte Banken-Senktor mit dem Rücken zur Wand.

In diesem Jahr musste extra ein neuer Hilfsfonds aufgesetzt werden, der mit einigen Milliarden € den kriselnden italienischen Banken unter die Arme gegriffen hat.

Aber die Krise ist noch lange nicht vorbei. Erst jetzt ringen wieder einige Banken um frische Finanzmittel – aber der Kampf ist noch nicht entschieden…

19. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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