Euro-Rentenfonds: in der Vergangenheit gute Rendite

Im Bereich der Rentenfonds besetzen Euro-Rentenfonds bei Renditechance und Risiko die „goldene Mitte“ und sind somit eine gute Investition. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Im Bereich der Rentenfonds besetzen Euro-Rentenfonds bei Renditechance und Risiko die „goldene Mitte“. Im Vergleich zu Geldmarktfonds bieten Sie Anlegern eine recht ansehnliche Rendite, bei deutlich geringeren Risiken als Emerging Markets-Rentenfonds.

Da sich die Fonds auf den Euroraum konzentrieren, bestehen für Anleger keine Währungsrisiken In den vergangenen 10 Jahren haben die Euro-Rentenfonds relativ hohe Renditen erzielt.

Die besten Euro-Rentenfonds schafften es dabei sogar, die gleiche Performance wie der DAX zu erzielen. Auch der deutsche Leitindex legte in den vergangenen 10 Jahren durchschnittlich um rund 8% jährlich zu.

10-Jahres-Vergleich Euro-Rentenfonds DAX

350% 300% DAX 250% 200% 150% Euro-Rentenfonds 100% 50% 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006

Der Rentenfonds (Oppenheim Bond Euro L) schonte die Nerven der Anleger, ganz im Gegensatz zum DAX, der zwischenzeitlich 70% an Wert verlor.

Dabei wiesen die Rentenfonds eine erheblich niedrigere Volatilität (Schwankungsintensität) auf. Während sie maximal 5 bis 10% von ihren jeweiligen Höchstständen abgaben, verlor der DAX in den Jahren 2000 bis 2003 satte 70% an Wert. In diesem Zeitraum punkteten die Euro- Rentenfonds mit dem eindeutig besseren Chance-Risiko- Profil.

Die 8% Rendite der besten Euro-Rentenfonds in den vergangenen 10 Jahren besteht zu einem bedeutenden Teil aus Kursgewinnen in Folge sinkender Zinsen. Noch weiter werden die Zinsen jedoch kaum sinken, eher ist das Gegenteil der Fall.

Aus diesem Grund wird diese hohe Rendite in der Zukunft nicht zu halten sein. In der Zukunft müssen sich Anleger daher mit einer geringeren Rendite zufrieden geben.

Euro-Rentenfonds: Langfristig bis zu 8% durchschnittliche Rendite pro Jahr

Dieser Auszug aus dem „Großen FondsReport 2005/2006“ zeigt, wie gut Euro-Rentenfonds in den vergangenen Jahren gelaufen sind. Renditen von 8% pro Jahr werden jedoch in Zukunft nicht mehr erreichbar sein.

Welchen Einfluss das Zinsniveau auf die Kurse von Anleihen und Rentenfonds hat

Bei sinkenden Zinsen steigen die Kurse von Anleihen und damit auch die Kurse der Rentenfonds, steigende Zinsen führen zu sinkenden Anleihen- und Rentenfondskursen.

Grund: Die am Markt befindlichen Anleihen weisen bei sinkenden Zinsen einen höheren Nominalzins (jährlicher Zinskupon) auf, als die neu ausgegebenen Anleihen. Damit Anleihen mit identischer Laufzeit und Risiko trotzdem die gleiche Rendite erwirtschaften, müssen die Kurse der am Markt befindlichen Anleihen steigen.

Am Ende der Laufzeit erhält der Käufer dann aber nur den ursprünglichen Nominalwert ausbezahlt und nicht den „zinsbedingten Aufpreis“. Dadurch wird die höhere Nominalverzinsung wieder ausgeglichen. Umgekehrt fallen die Kurse der am Markt befindlichen Anleihen bei steigenden Zinsen.

Beispiel: Eine Anleihe mit einer Restlaufzeit von 2 Jahren und einem Nominalzins von 5% steht bei einem Kurs von 100 €.

Nun steigt der Zins um 0,5%. Neu auf den Markt kommende Anleihen sind nun mit einer Verzinsung von 5,5% ausgestattet. Um dem Anleger eine vergleichbare Rendite bieten zu können, muss der Kurs der am Markt befindlichen Anleihe von 100 € auf 99 € fallen. Für Anleger, die jetzt in die Anleihe einsteigen, gleicht der Kursgewinn von 1 € die niedrigere Verzinsung aus.

Bei beiden Anleihen macht der Anleger nach 2 Jahren den gleichen Gewinn:

Euro-Crash: Anleihenkäufe der EZB nähern sich dem EndeNoch steuert die EZB über die Anleihenkäufe die Märkte – doch schon bald ist es damit vorbei. Hier erfahren Sie alles über die Hintergründe: › mehr lesen

„Alte“ Anleihe: 2×5% von 100 €+1€ Kursgewinn = 11 € „Neue“ Anleihe: 2 × 5,5% von 100 € = 11 €

Wie sich Zinsänderungen auf Anleihen unterschiedlicher Laufzeiten auswirken

Je länger die Laufzeit einer Anleihe, desto stärker reagiert ihr Kurs auf Änderungen des Zinsniveaus. Schließlich werden bei längerer Laufzeit mehr Zinsen ausgeschüttet.

Anleihen mit kurzen Laufzeiten sind also weniger risikoreich als Anleihen mit langen Laufzeiten, dementsprechend ist auch die Renditechance bei Anleihen mit kurzen Laufzeiten geringer.

Als Faustregel gilt: Anleger, die steigende Zinsen erwarten, kaufen Anleihen mit kurzen Laufzeiten. Anleger, die sinkende Zinsen erwarten, kaufen Anleihen mit langen Laufzeiten.

Wenn sich die Zinsen seitwärts entwickeln, sind Anleihen mit langer Laufzeit ebenfalls die bessere Wahl, da ihre Verzinsung üblicherweise höher liegt.

In den vergangenen Jahren haben sich die Fonds, die in Anleihen mit langen Laufzeiten investieren, wesentlich besser entwickelt, als Fonds, die hauptsächlich Anleihen mit kurzen und mittleren Laufzeiten handeln. Bei einer Wende in der Zinsentwicklung kann sich diese Rangfolge allerdings umkehren.

„Geldanlage-Berater“-Tipp: Bei Rentenfonds wäre es falsch, die Anlageentscheidung allein mit Blick auf die Renditen der Vergangenheit zu treffen. Eine Orientierung an den Vergangenheitsrenditen macht nur Sinn, wenn sich die Zinsen auch in Zukunft in die gleiche Richtung wie im Betrachtungszeitraum entwickeln.

Dafür gibt es aber keine Garantie. Renditevergleiche zwischen Rentenfonds mit Anleihen ähnlicher Laufzeit machen dagegen durchaus Sinn und geben Aufschluss über die Qualität des Fondsmanagements.

Zinsentwicklung der vergangenen 10 Jahre

6,5 6,0 5,5 5,0 4,5 4,0 3,5 3,0 2,5 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006

Die Umlaufrendite (Durchschnittsrendite von Bundesanleihen) hatte bereits einige Monate vor dem Zinsbeschluss der Europäische Zentralbank (EZB) zugelegt.

Ich gehe davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen in den nächsten Jahren in kleinen Schritten leicht erhöhen wird. Eine starke Erhöhung halte ich für unwahrscheinlich. Dies hätte fatale Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und würde jeden Konjunkturaufschwung im Keim ersticken.

Die Kurse von Anleihen und Rentenfonds würde eine leichte Zinserhöhung nur gering und kurzfristig belasten. Aus diesem Grund rate ich Ihnen auch von einer Konzentration auf Euro-Rentenfonds, die ausschließlich in Anleihen mit kurzen und mittleren Laufzeiten investieren, ab.

Viele Rentenfonds hinkten in den vergangenen beiden Jahren mit ihrer Rendite hinterher, weil sich die Fondsmanager zu früh auf steigende Zinsen eingestellt haben und keine Anleihen mit langen Laufzeiten mehr gekauft haben.

Falls das Zinsniveau in der Eurozone konstant bleibt, bringen Ihnen die Fonds mit lang laufenden Anleihen die höheren Renditen.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt