Euro STOXX 50 Kursindex: Spektakuläre Ausgangslage

In den Beiträgen dieser Woche hatte ich Sie über die meines Erachtens viel versprechende Ausgangslage an den Aktienmärkten für die kommenden Monate informiert.

Dazu hatten wir am Montag auf die außergewöhnliche Entwicklung in dem für meinen Börsendienst Momentum-Trader „Gewinne mit Wachstumsaktien“ entwickelten Markt-Barometer geschaut.

Weiterhin hatte ich die Charttechnik an der Wall Street anhand des S&P 500 Equal Weighted Index analysiert und gestern auf die hoch spannende Situation im TecDAX hingewiesen.

Blick auf den Euro STOXX 50 Kursindex

Heute setze ich diesen Analyse-Reigen mit einem Blick auf den Euro STOXX 50 Kursindex fort. Damit unterscheidet er sich vom DAX, bei dem fast ausschließlich auf den Performance-Index geschaut wird. Beim Euro STOXX 50 Kursindex werden also die von den Mitglieds-Unternehmen ausgeschütteten Dividenden nicht reinvestiert.

Der Euro STOXX 50 hat sich zum Leitindex für die Aktienmarkt-Entwicklung in Europa gemausert. Er wurde zwar erst im Februar 1998 etabliert, seine zurückgerechnete Ausgangsbasis liegt jedoch bei 1.000 Punkten am 31. Dezember 1991 (horizontale grüne Linie im Chart).

euro stoxx 50 kursindex-seit 1991-31-10-2013

TecDAX seit 1999: Höchster Stand seit Februar 2002 erreicht

Sie sehen: Ähnlich wie gestern beim TecDAX-Chart, erreichten die 50 führenden Aktien in Europa im März 2000 ihr Allzeithoch bei einem Stand von 5.522 Punkten. Davon sind wir aktuell noch knapp 2.500 Zähler entfernt.

Spektakuläre Chartformation

Immerhin hat sich der Euro STOXX 50 Kursindex aus Sicht der Charttechnik derzeit eine spektakuläre Ausgangslage geschaffen:

Ausgehend vom Tief im Jahr 2009 wurde ein ansteigendes Dreieck geformt. Diese Chartformation hat in der Charttechnik einen positiven Prognose-Charakter.

Der Grund: Die Unterseite des Dreiecks verbindet jeweils höher liegende Tiefpunkte. Investoren waren demnach bereit, an den beiden letzten Tiefpunkten jeweils auf einem höheren Niveau die Aktien dieses Index zu kaufen.

Andererseits bildet seit Januar 2012 die Zone von 3.044 bis 3.077 einen sichtbaren Widerstand, an dem den Aktien des Euro STOXX 50 Kursindex kein weiteres Potenzial mehr zugetraut wurde.

Ableitbares Kursziel: 4.323 Punkte

Ansteigende Dreiecke lassen zudem eine Mindest-Kursziel-Berechnung zu. Dazu wird die Entfernung vom tiefsten Tief bis zum horizontalen Widerstand gemessen (blaues Rechteck). Die so ermittelte Punktzahl (im Minimum 1.279) wird dann von der Widerstands-Linie nach oben abgetragen (grünes Rechteck).

Wie Sie sehen, reicht dieses Mindest-Kursziel bis 4.323 Punkte und damit fast an das Mehrjahres-Hoch vom Juni 2007 bei 4.572.

Gelingt dem Index der Ausbruch über die Widerstands-Zone bei 3.044 / 3.077, dann wird das ansteigende Dreieck „aktiviert“. Und dann kann der Euro STOXX 50 Kursindex in den kommenden Monaten durchaus rund +50% an Wert gewinnen.

Relative Stärke Index generierte bereits Kaufsignal

Den Clou an dieser Einschätzung sehen Sie im unteren Chartteil. Er zeigt den Relative Stärke Index RSI.

Gut zu erkennen ist, dass dieser Indikator aus der seit 2011 andauernden Seitwärts-Bewegung bereits nach oben ausgebrochen ist. Damit hat er ein unmissverständliches Kaufsignal generiert.

Dieses Kaufsignal ist übrigens von hoher Qualität, da es sich im Monatsschart ausgebildet hat, also auf einer hohen Zeitebene.

Der Euro STOXX 50 Kursindex bestätigt damit die in meinen Augen brisante Ausgangslage für die globalen Aktienmärkte.

Meine Ansicht zu den aktuell grassierenden Crash-Propheten:

Mit meiner optimistischen Einschätzung der Aktienmärkte stehe ich übrigens im krassen Gegensatz zu den Crash-Propheten, die in den vergangenen Wochen wieder zahlreich und lautstark auf sich aufmerksam machen. Meine Erfahrung mit diesen Herrschaften ist:

Sie haben mit ihren Crash-Prognosen alle paar Jahre mal recht, weil die Aktienmärkte nun einmal alle paar Jahre mal kräftig ausatmen.

Der völlige Zusammenbruch der Finanzmärkte wird indes schon so lange propagiert, wie ich an den Börsen professionell unterwegs bin – und das ist seit mehr als 33 Jahren der Fall.

Doch eingetreten ist dieser Untergang der Finanzmärkte bis heute nicht. Und nach meinen charttechnischen Einschätzungen wird das auch in den kommenden Jahren nicht geschehen!

31. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Andreas Sommer. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt