Euro- und EU-Skeptiker im Aufwind

Der Euro war die verhängnisvollste Fehlleistung politischer Eliten. Warum das so ist, erfahre Sie hier. (Foto: JMiks / shutterstock.com)

Zoff in Berlin. Zoff in Europa. Zoff wegen der Asylkrise. Zoff wegen der Euro- und EU-Politik. So sieht’s heute aus.

Dabei wenden sich immer mehr Menschen vom Brüsseler Diktat ab.

Bürger lehnen die Vereinigten Staaten von Europa ab

Wir haben Ihnen bereits aufgezeigt, mit welchen hanebüchenen und verunglimpfenden Methoden Kritiker mundtot gemacht werden. Wie ihnen ein nationalegoistische Sichtweise, Renationalisierung oder gar Fundamentalisierung vorgeworfen wird.

Allerdings nützt das nicht viel, denn immer mehr Bürger sind Euro- und EU-skeptisch. Das zeigen Umfragen und soziale Netzwerke.

Vor allen Dingen wollen sie keine Vereinigten Staaten von Europa. Und auch der Euro steht im Fegefeuer.

Die verhängnisvollste Fehlleistung politischer Eliten

Es sieht doch so aus: Der Euro war und ist die verhängnisvollste Fehlleistung politischer Eliten der letzten 30 Jahre.

Wir sollten uns endlich von der Illusion lösen, dass der Euro und Europa eine unabänderliche Voraussetzung für das Wohl Deutschlands sind. Denn wir sind das einzige Land in Europa, das in der Lage ist, als Global Player zu agieren.

Also – auch wenn man sich mit dieser Meinung in sämtliche Nesseln setzt: Raus aus dem Euro, eine Reduzierung Europas auf den geografischen Begriff und keine Schicksalsgemeinschaft – das könnte ein Weg sein.

Tanz um den Euro-Fetisch zu Lasten Ihres Vermögens

Ein Leser brachte das ganze Dilemma auf einen Nenner: „Die europatrunkenen Fanatiker, die uns in diese Gefahr gebracht haben, sind selbst heute, angesichts der vor der Tür stehenden Katastrophe, noch immer nicht zur Besinnung gekommen.“

Und weiter: „Sie umtanzen johlend und stampfend ihren Euro-Fetisch und zertreten dabei die Sparguthaben und Altersvorsorgen der Deutschen.“

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Genauso ist es.

Bloß keine Volksabstimmung

Was Ihnen auch verschwiegen wird, nicht nur von der Politik, sondern auch von den Mainstream-Medien: Wie der Teufel das Weihwasser scheuen die „Euro-Fetischisten“ hierzulande eine Volksbefragung, einen Volksentscheid.

Deshalb wiegelte schon der europäische Vordenker, Ex-Bundesfinanzminister Schäuble, eine solche schnell ab, die über die Zukunft der Deutschen in der EU und den Euro entscheiden würde.

Er blieb und bleibt nicht der einzige. Die gesamte Politik-Elite, mit Ausnahme vielleicht der AfD, lehnt Volksentscheide ab.

Von wegen die Staatsgewalt geht vom Volke aus

So viel also zu Artikel 20 des deutschen Grundgesetzes, in dem es unter anderem heißt: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“ Volksabstimmungen bleiben für die Politiker zu riskant, können sie doch zu anderen Ergebnissen führen als sie sich wünschen. Siehe der Brexit in Großbritannien.

Die Elite wird weiter an der repräsentativen Demokratie festhalten, in der nicht die Bürger selbst über Sachfragen abstimmen, sondern die gewählten Volksvertreter.

Die Ausschaltung Eurokritischer Stimmen

Ein Referendum wäre dennoch möglich: rechtlich nicht bindend, politisch aber schon.

Vorgelebt, freilich mit bindender Gesetzgebung, wird dies beispielsweise in der Schweiz: mit ausgeprägter direkter Demokratie, in der die Bürger durch Volksinitiativen und Referenden unmittelbar an den politischen Entscheidungsfindungen beteiligt sind.

Die eurokritische Stimme des Volkes hierzulande verhallt jedoch in den Gremien der nationalen und europäischen Parlamente.

Vergessen sollten die Politiker jedoch einen der Sprüche des israelitischen Königs Salomon nicht: „Wer sein Ohr verschließt vor dem Schreien der Armen, wird selbst nicht erhört, wenn er um Hilfe ruft.“


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.