Euro und US-Dollar – braut sich da etwas zusammen?

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EUR/USD könnte bald deutlich nachgeben? Denn der US-Dollar-Index nimmt gerade Anlauf und bereitet den Sprung nach oben vor. Das sind die nächsten Ziele. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Sollte es tatsächlich eine Abwertung des Euros geben, wissen Sie mit dem folgenden Chart, was Sie zu tun haben. Dabei kommt es eben nicht nur auf das Währungspaar Euro/US-Dollar an, sondern auch auf die Indexfutures des US-Dollars.

Die Theorie sieht dann so aus: Es gibt massive Wetten auf einen weiter steigenden Euro. Gleichzeitig haben sich extrem viele für einen fallenden US-Dollar positioniert. Das erklärt natürlich auch die stabilen Kurse bei EUR/USD. Doch was ist, wenn es plötzlich anders läuft als geplant?

Dann müssen Positionen zugemacht werden. Euro-Long wird verkauft. US-Dollar-Short wird verkauft. Die Folge: Die Kurse des Währungspaars EUR/USD rauschen nach unten!

EUR/USD und US-Dollar Indexfuture im Chartbild

Das Währungspaar verläuft seit Februar seitwärts. Hier pendeln die Kurse zwischen 1,22 und 1,25, wobei wir zuletzt nicht einmal mehr über die 1,24 gekommen sind. Anzeichen für fallende Kurse?

Der Indexfuture des US-Dollars ist dagegen kurz vor dem Ausbruch nach oben. Er zeigt höhere Tiefs und wird wohl nicht mehr lange zu halten sein. Im Chart sehen Sie den inversen Paarlauf:

Steigen die Kurse von EUR/USD, dann fällt der US-Dollar-Index – und umgekehrt. Ende des vergangenen Jahres haben beide Parteien noch ein paar Mal die Seiten gewechselt, bevor die aktuelle große Trennung vollzogen wurde. Derzeit sind die Kurse relativ weit von einander entfernt. Dass sie sich irgendwann einmal wieder treffen, ist unausweichlich.

Stellen wir uns das umgekehrte Szenario vor. Was passiert, wenn alle oben angesprochenen Positionen aufgelöst werden müssen? Dann kann das Chartbild schnell umschwappen. Der EUR/USD fällt von 104 Prozent auf 96 Prozent – macht also rund 8 Prozent Verlust. Von den aktuellen Kursen bei 1,22 ausgehend, wäre dann ein mögliches Ziel 1,12! Mal eben 10 Cent nach unten – das ist schon ein kleiner Crash.

Solche Kurse hatten wir zuletzt im Sommer 2017 und eigentlich gehofft, dass wir diese nicht mehr so schnell sehen werden.

US-Dollar-Index: Ausbruch wohin?

Doch gehen wir einmal nicht von der extremen Situation aus. Der US-Dollar-Index darf nach oben ausbrechen. Bei kurz über 98 Prozent im Chart ist doch ein schöner Widerstand. Vielleicht reicht dieses Ziel ja bereits, um den angestauten Dampf abzulassen. Dann würde EUR/USD auf das Tief vom Januar fallen – das liegt bei über 1,19. Das kann sich doch sehen lassen. Nur 3 Cent herunter und danach wieder hoch.

Das wäre zumindest das bevorzugte Szenario. Falls der Damm bei 1,19 doch brechen sollte, haben wir noch einen Halt bei 1,17. Das waren die Schnittpunkte mit dem Indexfuture oben im Chart sowohl Mitte November, als auch Mitte Dezember.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.