Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

Euro-Zone durchbricht Rezession

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Die Urlaubssaison blockiert die Börsen, allein Tokio schafft eine Fortsetzung der Aufholjagd. In Frankfurt stehen dagegen besonders Einzelwerte im Fokus. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Einen turbulenten Handelstag erlebten am Mittwoch die Anleger in Japan. Dort sah es zunächst gar nicht gut aus für den Nikkei, der im frühen Handel tief ins Minus sackte.

Zuletzt aber drehte der Leitindex dann doch noch ins Plus und schaffte einen Tagesgewinn von knapp 1,3 Prozent auf 14.050 Punkte.

Damit setzte der Nikkei seine Aufholjagd vom Vortag fort. Die Impulse hierzu lieferten überwiegend das Ausland und hier insbesondere die steigenden Konjunkturerwartungen.

Euro-Zone durchbricht Rezession

In Frankfurt war deutlich weniger los, viele Anleger befinden sich noch im Sommerurlaub, die Umsätze blieben insgesamt gering – ebenso wie die Tagesbilanz des Dax, der einen mageren Anstieg von gerade einmal 0,3 Prozent auf 8.438 Punkte zustande bekam.

Dabei gab es durchaus Anlass zur Freude. So konnte etwa die Euro-Zone ihre Rezession überwinden. Im vergangenen Quartal legte die Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent zu – zum ersten Mal seit anderthalb Jahren.

Auch das deutsche Wirtschaftswachstum konnte die Erwartungen übertreffen und lag bei 0,7 Prozent.

Energie- und Stahlriesen im Fokus

Bei den Einzelwerten standen am Mittwoch vor allem die Energieversorger und die Stahlkonzerne im Fokus.

RWE schockte seine Anleger mit ziemlich schlechten Zahlen und kündigte an, seine Sparanstrengungen zu verdoppeln. Die Aktie fiel daraufhin wie ein Stein um mehr als 4 Prozent.

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Auch Konkurrent Eon wurde in Mitleidenschaft gezogen, die Anteilsscheine schlossen ebenfalls im Minus.

Sparprogramm bei Salzgitter

Thyssen-Krupp-Papiere gaben ebenfalls nach, sie verbilligten sich um 1,3 Prozent. Hintergrund waren die anhaltenden Probleme mit den Pannenwerken in Brasilien und den USA.

Und auch bei Salzgitter gibt es wenig zu lachen. Nachdem der Konzern erst vor kurzem zum zweiten Mal binnen weniger Monate seine Jahresprognose kassiert hatte, stehen nun massive Stellenstreichungen auf dem Programm.

Anleger erhoffen sich dadurch Besserung und leisteten einen Vertrauensvorschuss: Die Aktie kletterte um gut 3 Prozent.

Wall Street verharrt im Urlaubsmodus

Ebenso wie in Frankfurt herrschte auch an der Wall Street noch Urlaubsstimmung. Die Blicke richten sich weiterhin vor allem auf die Federal Reserve, doch die lässt sich nichts anmerken.

Zuletzt hieß es, in nächster Zeit sei erst einmal nicht mit einer Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik zu rechnen – doch genau damit rechnen Experten immer fester, seit Ben Bernanke vor einigen Wochen ein Ende der Geldschwemme in absehbarer Zeit andeutete.

In Ermangelung von Kaufimpulsen gab der Dow Jones denn auch nach und schloss 0,7 Prozent schwächer bei 15.337 Punkten.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.