Euro-Crash: Anleihenkäufe der EZB nähern sich dem Ende

Noch steuert die EZB über die Anleihenkäufe die Märkte – doch schon bald ist es damit vorbei. Hier erfahren Sie alles über die Hintergründe: (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Die Europäische Zentralbank (EZB) kauft seit März 2015 Staatsanleihen im Wert von derzeit 60 Mrd. € pro Monat vom Markt auf.

Hintergrund der Anleihenkäufe durch die EZB

Hintergrund dieser Aktion ist die Absicht, damit eine Zinssenkung durch die erhöhte Nachfrage nach Anleihen zu bewirken.

Dies wiederum geschieht, um die Krisenländer Griechenland, Italien, Spanien und Portugal zu stützen.

Der Zins für Anleihen hängt entscheidend auch von der Nachfrage nach Anleihen ab: Je höher die Nachfrage, umso geringer der Zins.

Diese Anleihenkäufe und die damit verbundenen, künstlich niedrigen Zinsen sind ein Grund dafür, …

  • … dass zum einen sowohl die Aktien- als auch die Immobilienmärkte in Europa völlig aus dem Ruder gelaufen sind
  • … und dass diese zum anderen auf unrealistischen Niveaus notieren, die nicht im Einklang mit der Entwicklung der realen Wirtschaft stehen.

Doch jetzt zeichnet sich ein Ende dieser Maßnahmen ab; diese Krisen-Aktionen laufen Ende 2017 aus.

Selbst wenn die EZB eine Verlängerung beschließen sollte, wird es schwierig, mit den Anleihenkäufen so weiterzumachen wie bisher, denn die Käufe nähern sich den legalen Maximal-Marken.

Schon bald darf die EZB gar keine Anleihen mehr kaufen

Bei den Anleihenkäufen wurde vereinbart, dass die EZB nicht mehr als 33% der Anleihen eines Staates halten darf.

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Diese Marke ist bei portugiesischen Anleihen schon fast erreicht und wird bei deutschen Anleihen im Frühjahr 2018 erreicht werden.

D. h., selbst wenn die EZB so weitermachen will wie derzeit, gibt es für sie schon bald keine Anleihen mehr, die sie noch kaufen darf.

Eine Änderung der Regeln ist jedoch nach Experten-Meinung kaum möglich, da die Widerstände innerhalb der EZB dafür zu groß sind.

Es wird also in nächster Zeit zwangsläufig zu einem Ende der Liquiditäts-Politik der Europäischen Zentralbank kommen.

Dann wird das Geld für Aktien nicht mehr so reichlich sprudeln wie bisher, und die Aktienmärkte werden erheblich anfälliger für Crashs werden.

Welche Auswirkungen das auf Sie hat und was zu tun ist

Das bedeutet für Sie, dass die Luft für Aktien immer dünner wird, weil deren Hauptantrieb verloren geht – selbst wenn es in den nächsten Monaten zu keinem größeren Crash kommt.

Denn der Haupt-Antriebsfaktor für die überspekulierten Aktienmärkte sind heute die künstlich niedrigen Zinsen durch die EZB-Maßnahmen und die dadurch ausgelöste Geldschwemme an den Aktienbörsen.

Deshalb ist es sehr wichtig den Aktien-Anteil begrenzt zu halten. Darüber hinaus sollten Sie diesen Anteil mit Short-Werten aktiv absichern.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.