Eurocrash führt zu massiver Deflation

Die Medien werden bei uns nicht müde zu behaupten, die Eurokrise würde zu Inflation führen.

Dem widerspricht jetzt jedoch eine Aussage des Wirtschaftsweisen Peter Bofinger: Er wies darauf hin, dass es derzeit ein Risiko einer Implosion des Finanzsystems gäbe, die zu einer Deflation führen werde.

Er ist der Meinung, dass wenn die Europäische Zentralbank (EZB) nicht handle und es keine Eurobonds geben werde, wir in ein wirkliches Desaster rennen und einen Zusammenbruch der Finanzmärkte sehen würden.

Dazu komme dann eine sehr, sehr starke Rezession in ganz Europa, eine lange Zeit der Arbeitslosigkeit, Banken die Bankrott gehen und Menschen, die ihr Geld verlieren.

Zwar bezweifle ich, ob Eurobonds überhaupt etwas bringen und ob die EZB die Entwicklung abwenden kann, aber ich sehe ebenfalls wie Bofinger ganz klar eine Deflation auf uns zukommen. Ein Eurocrash würde dazu führen, dass Banken kippen und Schulden fällig gestellt werden.

Das führt dazu, dass dann dringend Geld zur Schuldentilgung benötigt wird – Geld das dem Markt und dem Konsum entzogen wird. Dieser Vorgang führt unmittelbar zu einer Rezession und fallenden Preisen in einer deflationären Abwärtsspirale.

Die Inflationisten behaupten dagegen, die EZB würde dann auf Teufel komm raus „Geld drucken“ – können aber gleichzeitig nicht erklären, wie ohne Schuldenaufnahme durch die Wirtschaft dieses gedruckte Geld in Umlauf kommen soll.

Ohne Kreditvergabe keine Inflation

Geld kommt heute nur dann in Umlauf, wenn Geschäftsbanken sich bei der Notenbank Geld leihen und dieses an die Wirtschaft in Form von Krediten weiterreichen.

Dieser Punkt wird in der öffentlichen Diskussion fast völlig vernachlässigt. Und werden dann jedoch keine Kredite mehr genommen, sondern im Gegenteil zurückgefordert, dann ist diese Geldemission durch die Notenbank unmöglich.

Das ist auch der Grund, warum Japan schon seit vielen Jahren in einer Deflationsfalle steckt: Weder Geld drucken, noch Anleihenaufkäufe durch die Notenbank, noch unzählige Konjunkturprogramme konnten die Deflationskrise beenden. Das Land hat es immer noch nicht geschafft, sich aus der Schuldenfalle zu befreien.

Sie sehen daran: Die Inflationspropaganda der Medien und der Politik sind nur Nebelkerzen, die dazu führen sollen, die Menschen zum sinnlosen Geldausgeben zu animieren.

Viel sinnvoller als jetzt in einen durch Inflationsangst genährten Kaufrausch zu verfallen ist es, die Dinge nüchtern zu betrachten und strategisch zu planen. Vor allem zu Weihnachten neigen viele Menschen dazu, teure Geschenke zu machen und über ihre Verhältnisse zu leben.

Dieses sorglose Konsumieren hat in den USA Millionen Menschen in den Ruin getrieben und die Folgen davon sind noch heute spürbar. Deutlich sinnvoller ist es Geld zu sparen und sich mit einer flexiblen Strategie bei der Geldanlage vor dem nächsten Crash zu schützen.

9. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Günter Hannich. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt