Euro-Crash: Italien überholt Griechenland als Austritts-Kandidat

Die Euro-Krise könnte schon bald um ein weiteres Kapitel reicher sein. Dieses würde dann den Titel: „Krisenland Italien“ haben.

Denn dort läuft es alles andere als rund: Die Banken stehen mit dem Rücken zur Wand und insgesamt steht das Land auch wirtschaftlich alles andere als gut da.

Lage Italiens ist erschreckend

Da passt es gut ins Bild, wenn jetzt eine aktuelle Bestandsaufnahme ein auf den 1. Blick erschreckendes Ergebnis liefert:

So haben internationale Finanz-Manager die Wahrscheinlichkeit, dass Italien innerhalb eines Jahres aus der Euro-Zone ausscheidet, mit einem Risiko von 9,9% erstmals höher bewertet als das Ausscheiden Griechenlands.

Hier liegt der Wert nur bei 8,5% (Stand: November 2016).

Wie schnell sich die Verhältnisse derzeit in Italien verschlechtern, sehen Sie auch an den rapide wachsenden Target-Schulden der Italiener:

Das Target-System dient eigentlich dazu Überweisungen innerhalb der Euro-Zone sicherzustellen und über die Notenbanken auszugleichen.

Doch inzwischen gleichen die Schwachwährungs-Länder – und derzeit v. a. Italien – diesen Saldo nicht mehr aus und häufen Schulden über das Target-System an.

Italiens Target-Schulden betragen aktuell über 350 Mrd. €

Allein seit dem Austritt Großbritanniens aus der EU sind sie um fast 80 Mrd. € angestiegen. Das zeigt Ihnen, dass das Land zunehmend vor der Zahlungs-Unfähigkeit steht.

Ein Beleg dafür ist auch die hohe Anzahl fauler – da nicht mehr rückzahlbarer – Kredite der italienischen Banken in Höhe von 360 Mrd. €.

Hinzu kommt, dass der Euro dort immer unbeliebter wird: Die Hälfte der Italiener will inzwischen aus dem Euro aussteigen – der höchste Wert aller Euro-Staaten.

Insgesamt wird damit ein Ausscheiden Italiens aus dem Euro immer wahrscheinlicher.

Ausscheiden Italiens aus dem Euro bedeutet Euro-Crash und Bankrott Deutschlands

Doch wenn das drittstärkste Land der Euro-Zone aus der gemeinsamen Währung ausscheiden muss, dann wird damit der Euro als Ganzes infrage gestellt.

Italien ist zu groß, um es wie das kleine Griechenland zu retten.

Besonders dramatisch: Bei einem Italien-Crash wären automatisch auch die anderen Schwachwährungs-Länder unmittelbar betroffen.

V. a. das viertgrößte Land der Euro-Zone, Spanien, ist mit etwa 320 Mrd. € Target-Schulden ebenfalls extrem gefährdet.

Deshalb bedeutet ein solches Szenario automatisch einen Euro-Crash.

Sie sehen hier einmal mehr: Die Euro-Krise ist nicht gelöst und der nächste Krisenherd flammt schon auf.

28. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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