Euro-Krise: EU wegen italienischer Staatsschulden besorgt

Die Euro-Krise ist nicht mehr im Fokus. Derweil bekommt die italienische Regierung den blauen Brief aus Brüssel – und das heißt nichts Gutes. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Die Euro-Krise scheint – zumindest für das Gros der Massenmedien – gelöst und beendet zu sein.

Leider ist es aber so, dass die Krise, die im Kern ja eine Schuldenkrise, eine Staatsschuldenkrise ist, alles andere als überwunden ist.

Ganz im Gegenteil: Selbst die Bürokraten bei der EU in Brüssel machen sich völlig berechtigt Sorgen um die Staatsfinanzen in einigen Mitglieds-Staaten.

Blauer Brief für Italien

Jahr für Jahr schaut die EU-Kommission genau auf die Haushaltspläne der diversen Staaten. Und da gerät das Krisenland im Süden, Italien, einmal mehr in den Fokus.

Erst jüngst bekam die italienische Regierung deswegen den blauen Brief aus Brüssel:

EU-Finanzkommissar Moscovici macht der italienischen Regierung in diesem Brief klar, dass bei der Bewertung der Haushaltspläne aller Euro-Länder Italien besonders schlecht abschneiden würde.

Konkret heißt es, dass die immense Verschuldung von Italien ein großes Risiko für die gesamte Euro-Zone sei.

Gigantischer Staatsschuldenberg

Zweifelsohne, Italien kämpft und leidet seit Jahren mit einer tiefen Wirtschafts-Krise. Die Italiener haben nunmehr einen gewaltigen Staatsschuldenberg von 2,2 Bio. € angehäuft.

Und die Banken-Krise ist alles andere als beendet, geschweige denn gelöst – wenig verwunderlich, dass sich die Bürokraten in Brüssel große Sorgen um Italien machen.

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In dem blauen Brief an die Regierung in Rom heißt es wortwörtlich, dass eine so hohe öffentliche Verschuldung den Handlungs-Spielraum für produktivere Investitionen zugunsten der Bürger einschränke.

Das ist schon mehr als nur ein erhobener Zeigefinger, anders formuliert: Selbst in Brüssel sind die Eurokraten ob der Lage in Italien äußerst besorgt.

Weitere Sorgenkinder der Eurokraten

Damit aber nicht genug – es gibt weitere Länder, deren Budget-Planung die Eurokraten umtreibt:

Selbst Länder wie Österreich, Belgien, Portugal und die Slowakei werden die Haushaltsziele, die im Währungs- und Stabilitätspakt vorgeschrieben wurden, im Neuen Jahr wohl nicht erreichen.

Besonders schlecht steht es dabei um die belgischen Staatsfinanzen.

Ja, liebe Leser, die Euro-Krise ist zwar nicht mehr im Fokus der Medien. Fakt ist aber, dass wir meilenweit von einer wirklichen Lösung entfernt sind – im Gegenteil:

Schon 2018 stehen extrem wichtige Parlamentswahlen im Krisenland Italien an.

Sollten bei der Wahl, die spätestens bis zum 20.5.2018 abgehalten werden muss, dann eurokritische Parteien relativ gute Ergebnisse erzielen, wird die Debatte um den Euro auch massenmedial in deutschen Landen wieder hochkochen – alles eine Frage der Zeit eben…


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.