Eurokrise: Euro soll zur Transferunion werden

Das Euro-Projekt steht massiv unter Druck.

Die Gemeinschafts-Währung hat die in sie gesteckten Erwartungen nur bis zur ersten wirklichen Krise erfüllen können.

Trotz großer Mühen gelingt es aber seit Jahren nicht, ein einzelnes Land wie Griechenland nachhaltig zu stützen und so dem gesamten Währungsraum wieder mehr Stabilität zu geben.

Eurokrise: Grundlegende Reformen im Gespräch

Daher machen sich jetzt viele schlaue Köpfe in Europa Gedanken, was verändert werden müsste. So hat jetzt z. B. Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron eine grundlegende Erneuerung von EU und Eurozone gefordert:

U. a. schlug er vor, einen neuen EU-Kommissar einzusetzen, der ausschließlich für den Euro zuständig sein und über große Etat-Mittel verfügen soll.

Nach Einschätzung des französischen Finanzministers hätte die Eurokrise gezeigt, dass man nicht wie bisher weitermachen könne.

Deshalb solle der neue Euro-Kommissar Investitions-Mittel vergeben und bei der Arbeitsmarkt-Politik der Mitgliedsstaaten mitreden können.

Damit soll offen eine noch viel größere als bisher schon vorhandene Transferunion geschaffen werden.

Wer sich auf die Euro-Politik verlässt, der ist verlassen

Macron sagte weiter, dass es eine Währungsunion ohne Finanzausgleich nicht geben könne und die Starken den Schwachen helfen müssten.

Auf diese Weise würde genau das geschaffen werden, was bei der Einführung des Euros strikt ausgeschlossen wurde: nämlich eine Transferunion, in der die wirtschaftlich starken an die schwächeren Staaten einen Finanzausgleich leisten.

Daran sehen Sie, dass der Euro von Anfang an ein Projekt war, das nie funktionieren konnte; Eine solche Transferunion würde erst recht zu neuen Streitereien um Gelder und zu neuen Krisen führen.

Gerade die starken Länder wie Deutschland werden eben nicht unbegrenzt bereit sein, für die Schieflage in den schwachen Euroländern aufzukommen. Das Beispiel Griechenland ist hier meiner Einschätzung nach auch nur der Anfang.

Fazit

Deshalb ist es wichtig für Sie, dass Sie sich nicht auf die Politik verlassen.

Die Eurokrise ist letztlich nicht lösbar, weil die am Euro beteiligten Länder schlicht ökonomisch nicht zusammenpassen und deshalb nicht mit einer gemeinsamen Währung wirtschaften können.

Stattdessen sollten Sie sich auch weiterhin aktiv gegen den zwangsläufig kommenden Euro-Kollaps absichern. Das tun Sie in erster Linie mit Fremdwährungen und einem Anteil an Edelmetallen.

Wichtig ist dabei, dass der Goldanteil hier nicht 10% überschreiten und Silber nur 5% des gesamten Depots ausmachen sollte.

29. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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