Eurokrise: EZB-Maßnahmen nutzen immer weniger

Die Währungshüter in Europa greifen immer stärker in den Markt ein. Doch die erhofften Folgen bleiben einfach nur aus. Die Gefahr eines Crashs nimmt sogar weiter zu. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Letzte Woche kündigte EZB-Präsident Mario Draghi vor dem Europaparlament abermals an, notfalls die Geldpolitik dazu zu nutzen, um die Inflation und die Konjunktur in Europa anzukurbeln.

Auf der Notenbank-Sitzung im Dezember solle darüber entschieden werden, ob die Aktionen der EZB ausgeweitet werden.

Doch während solche Meldungen noch vor kurzem sofort einen Aktienboom auslösten, tut sich jetzt kaum noch etwas.

Daran sehen Sie, wie auch die psychologische Wirkung solcher Ankündigungen immer mehr verblasst.

Schon seit 8 Monaten kauft die EZB für etwa 60 Mrd. € im Monat Anleihen auf, um damit die Inflationsrate zu heben und die Wirtschaft zu stärken – bisher alles ohne jeden Effekt auf die Preissteigerungs-Rate.

Hier laufen die Programme der europäischen Währungshüter ins Leere. Wir sind alle Zeugen eines gigantischen Finanzprogramms, für das es in der Geschichte keine historischen Beispiele gibt.

Doch was jetzt immer klarer wird: Dieser Weg führt so nicht zum erwünschten Ziel.

Dazu einige Beispiele: In Zypern fielen die Preise zum Vorjahres-Monat im Oktober um 1,8%, in Slowenien um 1,1% und in Spanien um 0,9%.

Notenbanken: EZB-Politik zeigt immer weniger WirkungAuf die Tatsache, dass die massive Liquiditäts-Politik der EZB immer mehr an Wirkung verliert, wies jetzt das lettische EZB-Ratsmitglied Ilmars Rimsevics hin. Er sagte, dass die Wertpapierkäufe dem realen Wirtschafts-Wachstum… › mehr lesen

EZB-Geld kommt nicht an den richtigen Stellen an – damit wird die Krise auch nicht gelöst

Daran wird auch eine weitere Ausweitung der EZB-Aktionen nichts ändern, weil das Geld gar nicht in der Wirtschaft und beim Verbraucher ankommt, sondern bei den Banken bleibt und damit nur die Immobilien- und Aktienblase weiter angeheizt wird.

Hier zeigt sich immer mehr, dass angesichts einer deflationären Entwicklung in Europa die bisherigen EZB-Maßnahmen rein gar nichts gebracht haben.

Die ausschließlich liquiditätsgetriebene und auf EZB-Versprechen aufbauende Börsen-Euphorie steht damit auf tönernen Füßen und wird zwangsläufig crashen.

Sie müssen hierbei sehen, dass die Wirtschaft trotz der Milliarden-Hilfen nicht richtig in Schwung kommt. Ich werte das ganz klar als weiteres Krisensignal.

Es bleibt eben dabei: Die EZB und viele weitere Notenbanken ändern nichts an der Basis. Die Währungshüter erkaufen sich Zeit und verschieben das Problem in die Zukunft.

Deshalb rate ich Ihnen auch weiterhin dazu, sich aktiv abzusichern. Im Krisenfall ist es vor allen Dingen auch sehr wichtig, dass Sie Ihr Vermögen flexibel halten

Weitere Hinweise zum richtigen Vermögensaufbau erhalten Sie regelmäßig an dieser Stelle.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.