Eurokrise – Jährliche Inflationsrate fällt stärker als erwartet

Nach wie vor grassiert ja massenmedial die Angst vor Inflation. Jüngste Zahlen vom Statistikamt Eurostat geben insofern aber alles andere als Anlass zur Sorge. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

In deutschen Landen ist die Angst vor einer stark steigenden Inflation nach wie vor groß. Die jüngsten vom EU-Statistikamt Eurostat in Luxemburg veröffentlichten Zahlen deuten aber alles andere auf eine bald bevorstehende galoppierende Inflation hin. Im Gegenteil.

Inflation fällt schwächer als erwartet aus

Die Statistiker von Eurostat gaben bekannt, dass die jährliche Inflationsrate in der Euro-Zone im Februar 2018 stärker als zunächst geschätzt gefallen ist. Die Teuerungsrate sank auf nur noch magere 1,1 Prozent. Damit wurde von Eurostat eine frühere Schätzung nach unten korrigiert.

In der ersten Schätzung wurde die Teuerungsrate noch mit 1,2 Prozent beziffert. Zum Vergleich, im Vormonat Januar wurde von Eurostat eine Inflationsrate von 1,3 Prozent für die Euro-Zone ausgewiesen. Mit dem dritten Rückgang in Folge ist die Teuerungsrate damit so niedrig wie seit über einem Jahr nicht mehr.

Das von der Euro-Notenbank EZB offiziell ausgerufene Ziel von knapp zwei Prozent rückt damit in immer weitere Ferne. Und hier lohnt sich insbesondere ein Blick auf die sog. Kerninflation. Denn EZB-Chef Draghi achtet ja speziell auf diese Ziffer, da hier schwankungsanfällige Komponenten wie Energie außen vor bleiben. Kurzum, sowohl im Januar wie auch im Februar des Jahres 2018 lag die Kerninflation bei nur einem Prozent. Das liegt also extrem weit unter der selbst gesteckten Zielmarke von knapp zwei Prozent.

Unverarbeitete Lebensmittel verbilligten sich

Diese Zielmarke wäre mit Blick auf die Entwicklung der Energiepreise auch erreicht bzw. sogar leicht überschritten worden. Energie verteuerte sich im Februar zwar um 2,1 Prozent; aber ein Jahr zuvor waren hier noch Preissteigerungen von mehr als neun Prozent zu verzeichnen. Für Lebens- und Genussmittel sowie Dienstleistungen, wozu die Mieten zählen, musste im Schnitt gut ein Prozent in der gesamten Eurozone mehr gezahlt werden. Industriegüter verteuerten sich mit 0,6 Prozent deutlich schwächer als andere Komponenten.

Und last but not least soll nicht unerwähnt bleiben, dass unverarbeitete Lebensmittel sogar um 0,9 Prozent billiger wurden. Von wegen Hyperinflation! Ja, liebe Leser, sehr interessant ist auch der Blick auf die Preisentwicklung in den verschiedenen Ländern. Deutschland liegt mit einer nach europäischen Standards berechneten Inflationsrate (HVPI) von 1,2 Prozent nur knapp über dem Durchschnitt des Währungsraums.

Die höchsten Inflationsraten im Euroraum wiesen Estland und Litauen mit je 3,2 Prozent auf. Die niedrigsten Raten verbuchten Zypern, Griechenland und Italien. Besonders hervor sticht hier Zypern. Auf Zypern fielen die Preise im Jahresvergleich sogar um 0,4 Prozent. Bei den Griechen lag die Teuerungsrate nur knapp über der Nullmarke. Nach wie vor herrschen in Eden Euro-Krisenländern starke deflationäre Tendenzen vor. Bis auf weiteres.

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.