Eurokrise – Neues aus dem Krisenland Griechenland

Über die wirtschaftliche Misere Griechenlands wird aktuell kaum berichtet. Leider kann von einem Ende der Krise keine Rede sein.

Wenn derzeit in den deutschen Medien etwas über Griechenland geschrieben wird, dann geht es um den Boom im Tourismus. Tenor ist, dass Griechenland auch 2018 eine bei den Deutschen sehr beliebte Reisedestination bleibt. Dem ist auch tatsächlich so.

Mehr Gäste – weniger Einnahmen

Jüngst wurden ja die Januar-Zahlen veröffentlicht. Und aus denen geht klar hervor, dass insbesondere deutsche Gäste für einen Boom sorgten. Im Januar wurden gut 62.000 deutsche Gäste in Griechenland gezählt. Das ist gegenüber dem Vorjahresmonat ein stattliches Plus von 22 Prozent.

Insgesamt stieg die Zahl der internationalen Gäste in Griechenland im Januar um ein Sechstel auf gut 600.000. Nichtsdestotrotz zeigen sich die Griechen trotz des kräftigen Anstiegs alles andere als zufrieden. Denn es wurde gleichzeitig bekannt, dass die Einnahmen aus dem Tourismusgeschäft im Januar 2018 im Vergleich zum Januar 2017 deutlich rückläufig waren. Und zwar trotz des gewaltigen Anstiegs der Gästezahl!

Konkret beliefen sich die touristischen Einnahmen im Januar dieses Jahrs auf 153,1 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr waren es noch 157,8 Millionen Euro, die vereinnahmt werden konnten. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Reisenden fielen auf ein neues Rekordtief von 252 Euro. Im Januar 2017 gab jeder Reisende im Schnitt noch 301,2 Euro aus.

Das ist wahrlich ein gewaltiger Absturz. Setzt sich der Trend in den kommenden Monaten fort, würde das für das krisengeplagte Land bedeuten, dass zwar mehr Gäste kommen. Aber unter dem Strich bleibt rein monetär betrachtet nicht mehr übrig. Im Gegenteil, der Tourismustopf würde per Saldo sogar schrumpfen.

Generation 200 Euro im Fokus

Das würde bedeuten, dass es in der für das Krisenland eminent wichtigen Tourismusbranche weniger als im Vorjahr zu verteilen gibt. Das ist umso bitterer, da insbesondere die Beschäftigten in den letzten Krisenjahren harte Lohneinbußen hinnehmen mussten. Zunächst wurde in Griechenland ja von der „Generation 300 Euro“ gesprochen.

Damit war gemeint, dass allen voran junge Arbeitnehmer trotz Vollzeitbeschäftigung unter dem Strich mit einem monatlichen Hungerlohn von 300 Euro auskommen mussten. Jetzt, im Frühjahr des Jahres 2018, ist schon von der neuen „Generation 200 Euro“ die Rede.

Ja, liebe Leser, von einem Ende der deflationären Depression in Griechenland kann keine Rede sein. Trotz der boomenden Gästezahlen. Bleibt am Ende nur zu hoffen, dass sich im Jahresverlauf die Touristen etwas spendabler zeigen und zumindest Pro-Kopf in etwa so viel wie im Vorjahr ausgeben werden….

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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