Eurokrise – Stimmung in der europäischen Wirtschaft trübt sich weiter ein

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Die Stimmung in der Wirtschaft der Euro-Zone hat sich im März den neunten Monat in Folge eingetrübt. (Foto: design36 / shutterstock.com)

In der vergangenen Woche kamen von der EU-Kommission abermals schlechte Nachrichten. Fakt ist, dass sich die Stimmung in der Wirtschaft nun schon den neunten Monat in Folge verschlechtert hat. Das Stimmungsbarometer fiel im Monat März um weitere 0,7 auf 105,5 Punkte. Das ist der schlechteste Wert seit mehr als zwei Jahren. Einmal mehr war es die Exportindustrie, die für den Rückgang verantwortlich war. Die schwächere konjunkturelle Verfassung der Weltwirtschaft und die Risiken aus den diversen Handelskonflikten sorgten für wahrlich schlechte Stimmung.

Auffällig ist erneut, dass die Stimmung sich in Deutschland (und auch in den Niederlanden) überdurchschnittlich stark verschlechterte. Wenig verwunderlich ist dann auch, dass einmal mehr die Prognose für das Wachstum in der Euro-Zone deutlich nach unten hin angepasst wurde. Und zwar von der OECD. Die Industriestaaten-Organisation sagt der Währungsunion für 2019 nur noch ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent voraus. Zunächst war ja noch ein Wachstum von stolzen 1,8 Prozent angenommen worden.

IWF-Chefin warnt vor Turbulenzen

Höchst interessant ist weiter, dass sich jüngst auch der IWF, genauer gesagt die Chefin, Frau Lagarde, zur Lage in der Eurozone zu Wort meldete. Normalerweise kommen ja von „offizieller Seite“ in der Regel nur optimistische Aussagen. Das Motto lautet dann fast immer, dass die Krise ausgestanden und beendet ist. Die Französin goss aber vergangene Woche viel Salz in das „Heile-Welt-Gerede“ der Eurokraten. Frau Lagarde wagte sich aus der Deckung und warnte vor neuen Turbulenzen in der Eurozone.

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Das Bankensystem in den Ländern mit der Gemeinschaftswährung sei nicht krisenfest genug, sagte Lagarde laut der Agentur Reuters auf einer Konferenz in Paris. Die Währungsunion sei der IWF-Chefin zufolge zwar widerstandsfähiger als vor zehn Jahren. Leider reiche das aber noch nicht wirklich aus. Viele Privathaushalte und Unternehmen trügen noch immer “schmerzhafte Narben” der Finanzkrise, in die die Weltwirtschaft 2008 gestürzt war, sagte die IWF-Chefin. Die Eurozone müsse deshalb die Banken- und die Kapitalmarktunion vollenden, so die Forderung der Französin.

Ja, liebe Leser, mittlerweile pfeifen es selbst die „offiziellen Spatzen“ vom Dach, dass die Krise in Europa noch nicht ausgestanden ist. Im Gegenteil, die konjunkturelle Verschlechterung führt unter dem Strich auch dazu, dass die immer noch existenten Narben noch länger nicht zuwachsen werden. Im Gegenteil, die Gefahr ist sehr groß, dass neue Wunden entstehen und sich die alten weiter vergrößern werden. Traurig, aber wahr.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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