Eurokrise: Target2-Saldo auf Rekordhoch

Die Euro-Krise spielt in der öffentlichen Wahrnehmung kaum noch eine Rolle. Dabei brodelt es unter der Oberfläche gefährlich weiter:

So ist jetzt einer Information der Europäischen Zentralbank zu entnehmen, dass der sogenannte Target2-Saldo der Deutschen Bundesbank auf ein neues Rekordhoch von 830 Mrd. € gestiegen ist.

Das Target-System kurz erklärt

Das Target-System dient dazu, Überweisungen zwischen den Ländern des Euroraums abzuwickeln.

Wenn Zentralbank-Geld von einer nationalen Zentralbank des Eurosystems an eine andere überwiesen wird, entstehen Verbindlichkeiten und Forderungen gegenüber der EZB, die als Clearing-Stelle fungiert.

Bei der belasteten Zentralbank entsteht ein negativer Target2-Saldo (Verbindlichkeit gegenüber der EZB) und bei der empfangenden Zentralbank entsteht ein positiver Target2-Saldo (Forderung gegenüber der EZB).

Letztlich handelt es sich also um Schulden anderer Notenbanken im Euroraum, die bei der Deutschen Bundesbank aufgelaufen sind, weil diese Notenbanken ihre Bilanzen nicht ausgleichen.

Schon seit der Finanzkrise 2008 bauen sich in zunehmendem Maß Target-Schulden bei der Bundesbank auf, die im Jahr 2011 mit über 700 Mrd. € in der Eurokrise gipfelten.

Aktuell sind die Target-Salden höher als bei der Eurokrise 2011

Jetzt ist der Rekordstand von damals um 130 Mrd. € deutlich übertroffen worden, was Ihnen zeigt, wie groß die Differenzen im Euroraum schon wieder sind.

Allein die Schulden Italiens bei der Deutschen Bundesbank stiegen in nur einem Monat auf jetzt 420 Mrd. €.

Wenn also der Euro scheitert, dann verliert die Deutsche Bundesbank, und letztlich der deutsche Staat als Eigentümer der Bank, auf einen Schlag ihre Außenstände von 830 Mrd. €.

Damit wäre Deutschland faktisch von heute auf morgen bankrott. Daran sehen Sie, dass die Eurokrise keineswegs gelöst ist, sondern – im Gegenteil – immer drängender wird.

Fazit

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis uns das Euro-System endgültig um die Ohren fliegen wird, denn es kann letztlich nicht funktionieren, weil die an ihm beteiligten Staaten ökonomisch viel zu ungleich sind.

Deshalb ist es für Sie wichtig, dass Sie sich jetzt schon auf die unweigerlich kommende nächste Stufe der Eurokrise aktiv vorbereiten.

Das ist auch der Grund, warum ich Ihnen zu einer großen Kapital-Streuung auf verschiedene Anlageklassen rate.

19. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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