Europa in Gefahr: Die EU steht vor dem Abgrund

Die EU-Finanz-Politik ist gescheitert. Die Rettungsmaßnahmen der Krisenländer hat sich ins Gegenteil verkehrt. Nur keiner gibt es zu. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Auch wenn Sie aus der Politik und in den Mainstream-Medien genau das Gegenteil hören: Aber die Europäische  Union steht vor einem Scheideweg.

Schlimmer noch, vor dem Abgrund. Nicht nur die verheerende Wirtschafts- und Finanzpolitik der letzten Jahre ist daran schuld. Sondern vor allem auch das ungelöste Asyl-Drama, das die EU spaltet wie niemals zuvor.

Von wegen Verschwörungstheorien

Diese neue Krise kann alles zerstören, was bisher erreicht wurde. Und damit den Euro und die EU in den Untergang treiben. Realistische Szenarien dazu gibt es schon längst.

Ein möglicher Faktor für dieses bevorstehende Chaos haben wir Ihnen bereits aufgezeigt: Keine Kapitalsicherung durch Anleihekäufer. Doch es gibt noch viele weitere.

Eine zu große Geldmenge ist durch zu wenig Güter abgesichert

Die Wirtschaftsleistungen der EU-Mitgliedsstaaten und das von der EZB in die Wirtschaft gepumpte Geld klaffen zu weit auseinander.

Mitunter nimmt die Geldmenge um das zehnfache gegenüber der Gütermenge (dem Wert der produzierten Waren) zu. Fatal.

Dieses ökonomische russische Roulette funktioniert jedoch nur so lange, wie frisches Geld nachgeschoben wird und das Vertrauen der Teilnehmer und Anleger gegeben ist. Wenn die Märkte dieses Vertrauen entziehen, kommt es zur Katastrophe.

Sparreformen verkehren sich ins Gegenteil

Die von der Troika instruierten Strukturreformen und Sparprogramme in den Krisenländern genügen nicht, um die Euro-Krise zu überwinden.

Sie verstärken die dort bestehende Instabilität sogar noch, lenken vorhandene Ressourcen ins Unproduktive und sind mitverantwortlich für schlechte Arbeitsmärkte.

Sie wissen: So musste Griechenland jüngst erneut wieder durch ein Rettungspaket stabilisiert werden.

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Die Euro-Rettungspolitik hat versagt

Der ehemalige slowakische Parlamentspräsident Richard Sulik bemängelte einst, dass durch die Transferunion den leistungsfähigen EU-Mitgliedern genommen und jenen, die nicht haushalten können, gegeben worden sei.

Zudem reiche das Geld des EU-Schutzschirms nur für die Rettung kleinerer Länder, für große jedoch nicht.

Die bisherige Euro-Politik ist somit mit Schuld an der Eskalation dieser systematischen Krise, deren Überwindung durch nationale Kraftanstrengungen und Spardiktate schließlich scheitern wird.

Die EU vor dem Abgrund

Das also können mögliche Gründe für den Zusammenbruch der EU sein.

Schon ohne, dass man auf das Scheitern der Flüchtlingspolitik eingehen muss. Und ohne die hochverschuldeten europäischen Banken und den immensen Target-Schulden näher zu beleuchten.

Staatsräson Euro

Noch immer gilt in der EU, vor allem hierzulande, dies als Staatsräson: Die europäische Währungseinheit muss erhalten werden. Koste es was es wolle.

Doch: Genau dies wird früher oder später aufgrund des finanziellen Missmanagements scheitern.

Das Experiment Euro ist gescheitert

Sehen Sie: Schon vor Jahren berücksichtigten selbst die Finanzmärkte bei der Preisbildung bereits ein  Auseinanderbrechen des Euroraums, wie Jörg Asmussen, Direktoriumsmitglied der EZB, zugeben musste.

„Das Experiment Euro wird an den Finanzmärkten zunehmend als gescheitert angesehen“, fügte Philipp Vorndran hinzu, Chefstratege der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.