Europa-Wahl: Das können Sie danach erwarten

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Bei der größten Wahl Europas steht viel auf dem Spiel – aber zu große Änderungen dürfen Sie auch nicht erwarten. (Foto: Watchara Ritjan / Shutterstock.com)

Am Wochenende steht die größte Wahl in Europa auf dem Programm. Und glaubt man den vielen Plakaten in unseren Städten dann haben wir ein „Europa der Chancen“ oder auch „Mehr Chancen für Europa“ vor uns. Dabei verliert man vor lauter Chancen fast den Überblick. In einer Sache sind sich viele Parteien aber sicher: Europa ist ein gutes Projekt und die Arbeit der EU-Kommission läuft erfolgreich.

Das mag in einigen Bereich auch so sein. Doch speziell im Bereich der Wirtschaft ist doch in den vergangenen Jahren etliches falsch gelaufen. Und auch wenn Sie noch so oft in den Massenmedien lesen: Die Euro-Krise ist eben nicht überwunden. Das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone ist zu schwach, um eine nachhaltige Wende bringen zu können.

Mir geht es an dieser Stelle gar nicht um die Diskussion der verschiedenen politischen Positionen. Mir geht es an dieser Stelle vielmehr um die Klarstellung, dass selbst mit den aktuell geltenden Rettungsmechanismen bei der nächsten Verschärfung der Euro-Krise die Gemeinschaftswährung erneut massiv gefährdet sein wird.

Dazu habe ich ein ganz aktuelles Beispiel: So sinkt in Italien die Kreditvergabe weiterhin massiv. Im April gab es so einen weiteren Rückgang um 2,2% im Vergleich zum Vorjahr. Das hat der italienische Bankenverband mitgeteilt.

Damit ist klar: In Italien ist die Kreditvergabe nun schon seit 24 Monaten in Folge rückläufig. Für mich ist das ein klares Krisensignal: Wenn in unserem auf Kredit und Zins aufgebauten Wirtschaftssystem die Kreditsummen stetig sinken, kann eben ein Land wie Italien sich nicht aus der Krise befreien.

Im Grunde bleibt es doch so: Der Euro fasst aktuell eine Vielzahl an Ländern zusammen, die wirtschaftlich viel zu verschieden sind. Und so lange eben diese großen wirtschaftlichen Unterschiede nicht ausgeglichen werden – so lange stet auch der Euro weiter auf der Kippe.

Zudem wird jetzt in den Krisenländern wie Griechenland deutlich, dass es eben nicht möglich ist, sich mit massiven Sparprogrammen aus der Krise zu bringen. Stellen Sie sich vor: Seit 2009 ist die griechische Wirtschaftsleistung um weit mehr als 20% eingebrochen – das ist keine Rezession mehr, das ist schon eine ausgewachsene Depression.

Und trotz der massiven Sparanstrengungen im Land und trotz der Milliardenhilfen (an denen auch Deutschland massiv beteiligt ist) steht Griechenland noch immer kurz vor dem Bankrott. Ein minimales Wirtschaftswachstum von 0,5% in diesem Jahr wird schon als Erfolg gefeiert. Dabei befindet sich die griechische Industrie aktuell auf dem Niveau der 1990er Jahre.

Sicherlich ist es sinnvoll am Sonntag zur Wahl zu gehen – doch dabei muss Ihnen auch bewusst sein, dass der Einfluss der Wähler auf europäischer Ebene noch einmal geringer ist als auf der Ebene der Nationalstaaten. Und egal wie der neue Kommissionspräsident auch heißen wird – an die Grundlagen der Euro-Krise wird es auch dieses Mal keine massiven Änderungen geben.

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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