Europäische Aktien: Klein schlägt groß!

Aus einer im Jahr 2016 veröffentlichten Untersuchung des Bankhauses Metzler geht hervor:

Europäische Small Caps (Aktien kleiner börsennotierter Firmen) schlagen europäische Large Caps (Aktien von Großkonzernen) in Sachen Performance deutlich.

„Gerade im aktuellen Niedrigzins-Umfeld sollten Anleger auf Investments in Nebenwerte nicht verzichten“, so Lorenzo Carcano, Portfolio-Manager für europäische Nebenwerte bei Metzler Asset Management, in einem Pressegespräch.

Weiterhin sagte er, dass Small Caps Large Caps langfristig schlagen und dass zudem aktuell ein positives Umfeld für Nebenwerte vorliegt.

Mit Nebenwerten sind übrigens ebenso wie mit dem Begriff Small Caps Aktien kleiner börsennotierter Konzerne gemeint.

Metzler ermittelt deutliche Outperformance von Nebenwerten

Gemäß der Untersuchung des Bankhauses Metzler kommen die 200 kleinsten europäischen Aktien zwischen 1999 und 2016 auf eine jährliche Performance von 6,55%.

Die 200 größten europäischen Aktien dagegen nur auf ein jährliches Ergebnis von 2,44%. Damit schnitten die Nebenwerte in diesem Zeitraum mehr als 2,5x so gut ab wie die Aktien der Großkonzerne.

Auf die Frage, warum Investoren gerade jetzt damit beginnen sollten, in Nebenwerte zu investieren, sagt Dr. Rainer Matthes, Chief Investment Officer bei Metzler Asset Management:

„Es gibt wenige Anlage-Segmente, die nicht durch die massive Manipulation der Kapitalmärkte durch die Notenbanken betroffen sind.“

Und weiter: „Nebenwerte dagegen sind ein vernünftiges Anlage-Segment, das wenig von der EZB-Politik betroffen ist und bei dem sich fundamentale Analyse noch lohnt“.

Auch bei der Gewinn-Entwicklung können Small Caps punkten:

Während die Erträge der Großkonzerne in Europa in den vergangenen Jahren unterm Strich nur moderat vorankamen, konnten viele Small Caps aufgrund ihrer Positionierung in wachstumsstarken Nischenmärkten den Gewinn pro Aktie klar steigern, so die Analyse von Metzler.

Mögliche Übernahmen als Rendite-Joker

Und noch ein Punkt spricht für Nebenwerte:

Da im aktuellen Umfeld externes Wachstum für viele Großkonzerne immer wichtiger wird, ist damit zu rechnen, dass es in den kommenden Jahren besonders in Europa eine Vielzahl von Übernahen geben wird.

Davon geht übrigens auch das Bankhaus Metzler aus.

Was Sie davon haben, wenn Sie in Nebenwerte investieren? – Ganz einfach: In puncto Übernahmen gilt das, was auch in der Natur zumeist gilt: Die Großen fressen die Kleinen.

Und wenn Sie bei den Kleinen (Nebenwerten) investiert sind, profitieren Sie in Form von attraktiven Übernahme-Prämien, wenn die Großen zuschlagen.

Diese Chance würde ich jedoch eher als eine Art Rendite-Joker denn als Hauptargument für den Kauf von Nebenwerten sehen.

8. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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