EUR/USD im Fall: Katalonien schwächt den Euro

Seit Jahresbeginn kannte der Euro nur eine Richtung. Doch kurz vor 1,21 war jetzt Schluss, denn die Euro-Party wird aktuell etwas gedämpft. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Seit Beginn des Jahres kannte der Euro nur eine Richtung: bergauf. Bei 1,04 EUR/USD ging die Reise los, kurz vor 1,21 war jetzt (vorerst?) Schluss.

Euro-Party am Ende?

Denn die Euro-Party wird aktuell etwas gedämpft. U. a. liegt das an den Tumulten in Spanien:

Katalonien möchte unabhängig werden – diesmal aber wirklich, denn Versuche und Volksabstimmungen dazu gab es schon mehrere.

Die gesamte Thematik drückt natürlich die Kurse des Euros.

Schließlich steigt die Ungewissheit und die Gefahr von Nachahmern. Was wäre zum Beispiel, wenn Bayern plötzlich unabhängig werden will?

EUR/USD – Chart-Analyse

Das waren noch Zeiten: Der Euro lief lang gezogen auf Aufwärtstrend über Monate konstant noch oben, nichts konnte ihn aufhalten; kein Trump, keine EZB, keine Inflation…

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Im April etablierte sich dieser Aufwärtstrend, der bis Ende September andauern sollte. Es gibt selten Trends, die vorbildlicher verlaufen. Rahmen Sie sich diesen Chart also am besten ein!

Doch alles hat ein Ende, das sehen wir im 2. Chart des Tages deutlich.

Denn es wurde nicht nur der Trend gebrochen, sondern es hat sich sogar gleich ein neuer entwickelt – und dieser zeigt nach unten.

Das Währungs-Paar EUR/USD korrigiert also jetzt erst einmal, bis dieser Trend wiederum gebrochen wird.

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Schauen wir auf den erwähnten Chart:

Die alte Trendlinie sehen Sie hier noch. Diese wurde mit einer Kurslücke nach unten übersprungen.

Der neue Trend verläuft fast im rechten Winkel zum alten Trend. Das hilft uns beim Traden nicht, es ist nur eine Randnotiz.

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Sollte sich das Währungs-Paar auch eine längere Zeit an diesen Trend  klammern, würden die Kurse also fast genauso schnell fallen, wie Sie bislang in diesem Jahr gestiegen sind.

Doch davon gehen wir nicht aus. Die eingezeichnete, gestrichelte Linie in Blau bietet bereits einen Widerstand. Das war das Tief im August.

Es ist demnach durchaus vorstellbar, dass die Kurse daran wieder nach oben abprallen und auch mittelfristig die noch junge Trendlinie durchbrechen.

Was wäre, wenn?

Sollte die Widerstands-Linie nicht halten und der Euro noch weiter fallen, müssten wir sogar mit Kursen knapp unter 1,14 rechnen.

Doch bis dahin haben wir noch viel Zeit uns richtig zu positionieren. Das übergeordnete Bild ist nämlich weiterhin bullisch.

Lassen Sie das Währungs-Paar ruhig einmal 1 oder 2 Monate korrigieren. Danach können Sie immer noch einsteigen, wenn die Fahrt nach Norden wieder losgeht.

Bis dahin sollte auch geklärt sein, wie und ob sich Katalonien von Spanien trennen darf und was mit dem Euro in der Region geschieht.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.