Evonik Aktie: Der Dax muss warten

Der DAX muss warten: Der Aufstieg von Evonik in die erste Börsenliga wird sich wohl noch etwas verzögern.

Ursprünglich war die DAX-Notierung bis Ende 2017 geplant.

Doch die RAG-Stiftung, die mit 68% der Anteile eine Mehrheit an dem Spezialchemie-Konzern hält, will nun vorerst doch keine Aktien verkaufen und in Umlauf bringen.

Das allerdings wäre Voraussetzung dafür, dass Evonik der Aufstieg in den DAX gelingt. Derzeit sind die Aktien im MDAX der mittelgroßen Unternehmenswerte notiert.

RAG-Anteil soll langfristig sinken

Die Dividende war nach einem sehr erfolgreichen Jahr 2015 von 1 auf 1,15 € angehoben worden.

Auch in den kommenden Jahren soll die Ausschüttung „mindestens“ auf diesem Niveau gehalten werden. Damit zählt Evonik zu den Filetstücken im Portfolio der RAG-Stiftung.

Perspektivisch allerdings, da ist sich Evonik-Chef Klaus Engel sicher, wird auch der Großaktionär einlenken, der seinerseits ein Interesse daran hat, sein Portfolio zu diversifizieren.

Langfristig, so heißt es auch bei der RAG-Stiftung, soll der Anteil von 68 auf 25,1% sinken. Doch bis es soweit ist, dürfte wohl noch einige Zeit vergehen.

Der Essener Konzern selbst bleibt derweil auf Expansionskurs. Wie Anfang Mai bekannt wurde, will Evonik dem US-Konkurrenten Air Products dessen Sparte mit besonderen Zusatzstoffen abkaufen.

Noch in diesem Jahr soll der Deal über die Bühne gehen und sich bereits ab 2017 positiv auf die Evonik-Bilanz auswirken.

Rund 3,5 Mrd. € lässt sich Evonik die Übernahme kosten – und damit nicht genug, weitere Akquisitionen stehen ausdrücklich auf der Agenda.

Schwächelnde Prognosen – auch für den Aktienkurs

Dennoch ging es für die Evonik Aktie zuletzt abwärts. Der geschäftliche Erfolg von 2015 wird sich im laufenden Jahr wohl nicht ohne weiteres wiederholen lassen, die Bilanz dürfte im Vergleich etwas schwächer ausfallen.

Da die Essener dies nicht ganz glücklich kommuniziert hatten, wurden Analysten hier auf dem falschen Fuß erwischt.

Aktuelle Studien empfehlen überwiegend, die Aktie zu halten, das Kursziel wird dabei nur geringfügig oberhalb der aktuellen Notierung angesetzt und bewegte sich zuletzt zwischen 28 € (Baader Wertpapierhandelsbank) und 31 € (Independent Research).

Optimistischer zeigte sich die Commerzbank, die ihre Kaufempfehlung Anfang Mai mit einem Kursziel von 36 € garnierte.

Die Credit Suisse ging dagegen von nur 26,50 € als faire Bewertung aus und empfahl vor wenigen Tagen, sich von der Evonik Aktie zu trennen. Damit vertreten die Schweizer allerdings eine Minderheiten-Meinung.

CVC steigt aus

Zuletzt war das Papier für rund 26,50 € zu haben und kostete damit rund 20% weniger als bei der Börsen-Platzierung im Jahr 2013, als die Evonik Aktie für 33 € das Stück ausgegeben wurde.

Der Ausstieg des britischen Finanzinvestors CVC vor wenigen Tagen drückte den Aktienkurs noch einmal in den Keller, wird aber unterm Strich als heilsamer Schock gewertet:

Dass die Briten sich aus ihrem „Engagement auf Zeit“ früher oder später zurückziehen würden, war ohnehin bekannt.

Nun trennten sie sich von ihrem letzten Aktienpaket, das für 504 Mio. € oder 25,50 € je Aktie verkauft wurde.

2016-05-26 Evonik

27. Mai 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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