Evonik: Günstiger Chemie-Spezialist mit Potenzial

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Der deutsche Spezialchemie-Hersteller Evonik ist trotz einer Vielzahl potenzieller Kurstreiber günstig bewertet. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Evonik gehört zu den innovativsten Chemie-Unternehmen weltweit. Im Aktienkurs spiegelt sich die Stärke noch nicht wider. Ein Grund ist der Großaktionär, die RAG-Stiftung, die scheibchenweise ihre Evonik-Anteile versilbert, um andere Projekte zu finanzieren.

Da immer wieder Evonik-Aktienpakete auf den Markt kommen, drückt das den Kurs. Aber: Angesichts der extrem starken Projekt-Pipeline steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Finanzinvestor zuschnappt, bevor der Aktienmarkt das volle Potenzial des Unternehmens entdeckt. Hier sehe ich sehr starke Parallelen zum Schweizer Konkurrenten Clariant.

Die Produkt-Pipeline von Evonik ist beeindruckend. Bevor ich darauf näher eingehe, möchte ich Ihnen das Unternehmen und sein Geschäftsmodell im Detail vorstellen.

Evonik im Portrait

Die Evonik Industries AG zählt zu den weltweit führenden Unternehmen im Bereich Spezialchemie. Das Unternehmen ist in einer Vielzahl von Märkten und Anwendungsgebieten tätig und produziert chemische Produkte und Systemlösungen für Konsumgüter, die pharmazeutische Gesundheitsversorgung, Tierernährung, den Energiemarkt und die internationale Kunststoff- und Gummiindustrie

Darüber hinaus produziert Evonik Hightech-Anwendungen auf chemischer, thermischer und mechanischer Basis. Die Produkte des Unternehmens finden sich unter anderem in Hygieneartikeln, Solaranwendungen, Verpackungen, Halbleiterelektronik, Batterien, Baumaterialien, Farben und Lacken oder Pflanzenschutzmitteln wieder.

Potenzielle Kurstreiber

Ein potenzieller Kurstreiber sind die Covid-19-Impfstoffe. Der Hintergrund: Die Covid-19-Pandemie hat genbasierten Impfstoffen – sogenannten mRNA-Impfstoffen – zum Durchbruch verholfen.

Damit hat die Pandemie gleichzeitig auch einer Technologie zum Durchbruch verholfen, bei der Evonik weltweit führend ist. Der Chemie-Spezialist liefert eine der Schlüsseltechnologien für genbasierte Medikamente. Das Evonik-Management sieht im Health-Care-Geschäft ein überdurchschnittliches Wachstumspotenzial.

Weitere potenzielle Wachstumstreiber: Evonik fördert neue Formen der nachhaltigen Ernährung (Stichwort Algen), entwickelt innovative Batterie-Materialien für die Mobilitätswende, neue Materialien für den 3-D-Druck und plant zusammen mit BP und RWE ein Netz für grünen Wasserstoff.

Evonik-Aktie im Fokus

Schauen wir abschließend auf die Evonik-Aktie: Trotz der vielen spannenden Projekte und potenziellen Kurstreiber kam die Evonik-Aktie auf Sicht der vergangenen 12 Monate nicht vom Fleck. Das veranschaulicht der nachfolgende Chart.

Quelle: www.aktienscreener.com/rolf-morrien

Gelingt der Ausbruch nach oben, kann es schnell dynamisch über die 30-Euro-Marke gehen. Das Zahlenwerk könnte demnächst einen Impuls geben. Evonik rechnet mit einem Jahresumsatz von 11,5 bis 13 Mrd. Euro (2019: 13,1 Mrd. Euro) und einem operativen Gewinn von 1,8 bis 2,0 Mrd. Euro (2019: 2,15 Mrd. Euro).

In der aktuellen Situation, in der es immer schwerer wird, Unternehmen zu finden, die ein günstiges Chance/Risiko-Verhältnis aufweisen, ist die Evonik-Aktie aus meiner Sicht mindestens einen Blick wert.

Eine Strategie könnte sein, nach einem charttechnischen Ausbruch nach oben einzusteigen. Der Haken dabei: Wer diese Strategie umsetzt, verpasst einen Teil der Aufwärtsbewegung.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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