Evotec-Aktie fährt Achterbahn

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Die Biotech-Aktie zeichnet sich derzeit durch hohe Kursschwankungen aus. An den guten Perspektiven ändert dies nichts. (Foto: l i g h t p o e t / Shutterstock.com)

Die Evotec-Aktie zeigte sich in den vergangenen Wochen äußerst schwankungsfreudig. Langfristig orientierte Anleger sollten sich davon nicht verunsichern lassen.

Unternehmensportrait

Evotec ist ein deutsches Wirkstoffforschungs- und -entwicklungsunternehmen mit Sitz in Hamburg, das überwiegend im Auftrag von Pharma- und Biotechkonzernen die Entwicklung von Medikamenten voran treibt. Entlohnt werden die Forschungsarbeiten in Form von laufenden Zahlungen, weshalb Evotec im Gegensatz zu vielen anderen Biotechunternehmen bereits seit Jahren profitabel arbeitet.

Zu den Kunden und Kooperationspartnern zählen Weltkonzerne wie Merck & Co, Novartis, Bayer, Sanofi, Bristol-Myers Squibb, Novo Nordisk, Celgene, AstraZeneca und Pfizer.

Einige Wirkstoffe erforscht Evotec zudem in Eigenregie, um sie zu einem späteren Zeitpunkt an größere Unternehmen zu lizensieren.

Forschung an über 100 Wirkstoffen

Evotec forscht derzeit an mehr als 100 Wirkstoffen, wobei sich der Großteil davon in einer frühen Phase der Entwicklung befindet. 13 Wirkstoffe sind aktuell in klinische Studien eingetreten. Die Wirkstoffe in frühen Entwicklungsphasen erforscht das Unternehmen in Eigenregie. Ziel ist es jedoch immer, diese zu „verpartnern“. Denn eine Entwicklung von Medikamenten bis zur Marktreife mit abschließendem Vertrieb wäre mit enormem finanziellen Aufwand und Risiken verbunden.

Positive Nachrichtenlage

Im Vorjahr konnte Evotec einige große Aufträge an Land ziehen. Seit Sommer forscht das Unternehmen im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums an Antikörpern zur Behandlung von COVID-19. Im Januar hat Evotec die Vorauswahl abgeschlossen und wird mit einem Auftrag in Höhe von 28,6 Mio. US-Dollar belohnt. Die Antikörper sollen in einer in Kürze fertiggestellten neuen Produktionsanlage in Redmond im US-Bundesstaat Washington hergestellt werden.

Einen weiteren Großauftrag aus den USA erhielt Evotec im Vorjahr von der US-Umweltschutzbehörde EPA. Die US-Tochter der Hamburger soll Chemikalien zwecks Identifizierung potenzieller Gesundheits- und Umweltrisiken identifizieren.

Aktie mit Achterbahnfahrt in den vergangenen Wochen

Nachdem sich der Aktienkurs längere Zeit seitwärts bewegt hatte, gelang im Herbst 2020 der Ausbruch nach oben. Anfang des Jahres pendelte der Kurs dann einige Wochen um die 30-Euro-Marke, bevor es weiter aufwärts ging. Ende Januar schnellte die Aktie kurzzeitig auf über 40 Euro hoch. Offenbar hatten einige Leerverkäufer im Zuge der GameStop-Turbulenzen bei Evotec Positionen abgebaut. Mitte Februar ging es nochmals auf 37 Euro aufwärts, bevor in den vergangenen Tagen Gewinnmitnahmen einsetzen und die Aktie wieder Richtung 30-Euro-Marke schickten.

Das Ansteigen der Volatilität (Schwankungsintensität) mag sicherlich nicht jedermanns Sache sein. Aber langfristig orientierte Anleger sollten sich nicht davon verunsichern lassen. Es wird auch wieder ruhigere Zeiten geben. Bis dahin ergibt sich vielleicht die ein oder andere günstige Einstiegsgelegenheit. Auf lange Sicht bleibt Evotec ein interessanter Biotech-Wert auf den die Creme de la Creme der Pharmabranche als Auftraggeber und Kooperationspartner setzt.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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