Evotec-Aktie: Gelingt die Trendwende?

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Die Evotec-Aktie war gestern mit einem zweistelligen Prozentplus der größte Gewinner im TecDAX. Geht die Erholung weiter? (Foto: l i g h t p o e t / Shutterstock.com)

Die Evotec-Aktie  sonnte sich bis zum Herbst 2017 in der Gunst der Anleger. Dann folgte eine scharfe Korrektur mit einer Kurshalbierung, von der sich der Wert in den nächsten Monaten nicht so richtig erholen konnte. Die gestrige Neuigkeit – verbunden mit einem Kursfeuerwerk der Aktie – könnte den Grundstein für eine nachhaltige Erholungsbewegung legen.

Unternehmensportrait

Die Evotec AG ist ein in Hamburg ansässiges Wirkstoffforschungs- und Entwicklungsunternehmen, das in Forschungsallianzen und Entwicklungspartnerschaften mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen Ansätze zur Entwicklung neuer pharmazeutischer Produkte generiert.

Die Hamburger arbeiten seit Jahren profitabel. Das liegt am Geschäftsmodell: Denn Evotec muss keine Unsummen in eigene Forschung investieren. Stattdessen haben sich die Hamburger darauf spezialisiert, in Entwicklungspartnerschaften mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen deren Medikamentenforschung voranzutreiben.

Mit einem Team aus über 500 Wissenschaftlern deckt Evotec dabei die Bereiche Neurowissenschaften, Diabetes, Schmerz und Entzündungskrankheiten, Onkologie und Infektionskrankheiten ab. Kooperationspartner sind u.a. Bayer, Pfizer, Novertis, Sanofi und Janssen. Für seine Forschungstätigkeit kassiert Evotec von seinen Partnern Prämien und Meilensteinzahlungen bei Forschungserfolgen.

Kooperation mit Celgene beflügelt

Am Montag wurde bekannt, dass eine langfristige strategische Wirkstoffforschungs- und Entwicklungspartnerschaft zwischen Evotec und der Celgene Corporation zur Identifizierung neuer Therapeutika im Bereich Onkologie unterzeichnet wurde.

In diesem Zusammenhang erhält Evotec eine Vorabzahlung in Höhe von 65 Mio. US-Dollar und hat Anspruch auf potenzielle signifikante Meilensteinzahlungen sowie gestaffelte Umsatzbeteiligungen an jedem lizenzierten Projekt. Alleine diese Meldung sorgte am gestrigen Handelstag für einen zweistelligen prozentualen Kursanstieg.

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Gute Quartalszahlen zu Monatsbeginn

Bei den Quartalszahlen zu Beginn des Monats zeigte sich, obwohl sie eher gemischt ausfielen, die Stärke der Gesellschaft. So stieg der Konzernumsatz gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahrs um 55% auf 79,0 Mio. Euro an. Einen Rückgang gab es allerdings bei der Bruttomarge, die sich in den ersten drei Monaten 2018 auf 23,4% (Q1 2017: 37,3%) belief.

Dieses Minus resultiert u.a. aus einem neuen Umsatzmix infolge der Akquisition des Unternehmens Aptuit, Abschreibungen und negativen Fremdwährungseffekten. Die Bruttomarge exklusive Abschreibungen liegt bei 27,3%.

Das bereinigte Konzern-EBITDA stieg im ersten Quartal 2018 um 600.000 Euro an und belief sich auf 14,0 Mio. Euro. Das operative Ergebnis von Evotec betrug 6,5 Mio. Euro; das Periodenergebnis 3,5 Mio. Euro.

Aktie immer noch ambitioniert bewertet

Keine Frage: Die neue Zusammenarbeit mit dem Biotech-Giganten Celgene bringt Evotec nach vorne. Kurzfristig kann die jüngste Kursrallye sicherlich noch etwas weiter gehen.

Ob es allerdings für eine nachhaltige Erholung ausreicht, bleibt abzuwarten. Denn die Aktie ist mit einem KGV von knapp 50 immer noch recht hoch bewertet, auch wenn die Wachstumsperspektiven weiterhin sehr gut sind. Für weiter steigende Kurse braucht es weitere positive Meldungen. Daher bleibt die Evotec-Aktie nur etwas für spekulativ orientierte Anleger.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.