Evotec: Deutsche Biotechnologie-Firma schießt auf 16-Jahres-Hoch

Die Übernahme von Aptuit und eine angehobene Prognose sorgen bei der deutschen Biotech-Firma Evotec für Rückenwind, wie Sie hier sehen: (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Wenn’s läuft, dann läuft’s – das Gefühl muss man zumindest bekommen, wenn man sich den Kurs-Chart des deutschen Biotech-Spezialisten Evotec ansieht:

Nachdem der Kurs 5,5 Jahre quasi seitwärts pendelte, haben die Papiere seit gut 15 Monaten den Kurs-Turbo gezündet.

Immerhin explodierte der Kurs regelrecht von 3,20 € bis auf 15,45 € – ein sattes Kurs-Plus von 380%. Damit notiert die Aktie auf dem höchsten Niveau seit über 16 Jahren.

Warum der Kurs derart durch die Decke ging, wie es um die Zukunfts-Perspektiven des Konzerns steht und was die Analysten im Moment  zur Aktie sagen, erfahren Sie hier:

Evotec im Porträt

Evotec zählt zu den weltweit führenden Wirkstoff-Forschungs- und -entwicklungs-Unternehmen.

Der Hamburger Konzern ist auf Neurowissenschaften, Schmerz, Stoffwechsel- und Entzündungs-Krankheiten sowie Onkologie spezialisiert.

Das Kerngeschäft bildet die Wirkstoff-Forschung, die in Kooperation mit Partnerfirmen aus der Pharma- und Biotechnologie-Industrie umgesetzt wird.

Evotec übernimmt dabei alle Aktivitäten bis hin zur klinischen Entwicklung.

Das Unternehmen unterhält zur Erforschung neuer Wirkstoffe langjährige Forschungs-Allianzen mit der Havard University sowie mit den größten Pharma-Konzernen wie:

  • Bayer,
  • Boehringer Ingelheim,
  • CHDI,
  • Genentech,
  • Janssen Pharmaceuticals,
  • MedImmune/AstraZeneca
  • oder Ono Pharmaceutical.

Übernahme sorgt für starken Kurs-Impuls

Vor wenigen Tagen haben die Hamburger den erfolgreichen Abschluss der Akquisition von Aptuit bekanntgegeben:

Dieses ist ein Partner-Unternehmen für integrierte Outsourcing-Lösungen in der Wirkstoff-Forschung und -entwicklung.

Es bietet ein Service-Angebot integrierter Wirkstoff-Forschung bis einschließlich der mittleren Entwicklungs-Phase an.

Der Deal ist für Evotec eine wirklich große Nummer, immerhin blättert das Biotechnologie-Unternehmen dafür umgerechnet 256 Mio. € in bar auf den Tisch.

Aptuit sorgt für Umsatz-Sprung

Aptuit verzeichnete im Jahr 2016 einen Umsatz in Höhe von 88 Mio. € und ein bereinigtes EBITDA von 11 Mio. Für dieses Jahr peilt der Konzern Erlöse zwischen 100 und 110 Mio. an.

Das Ziel ist dabei Folgendes: Mit der Transaktion will sich Evotec bedeutende neue Geschäfts-Möglichkeiten erschießen.

Die Übernahme wird durch einen Mix aus bestehenden Liquiditäts-Reserven und einer zusätzlichen neuen erstrangigen Kredit-Finanzierung in Höhe von 140 Mio. € beglichen.

Jahres-Prognose nach oben geschraubt

Mit Abschluss der Transaktion aktualisiert Evotec auch ihre Prognose für das Jahr 2017:

Demnach soll der Konzern-Umsatz um mehr als 40% gegenüber 2016 ansteigen (2016: 164,5 Mio. €).

Das bereinigte EBITDA soll gegenüber 2016 um mehr als 50% nach oben klettern (2016: 36,2 Mio. €).

Die Konzerna-Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sollen sich auf etwa 20 Mio. € belaufen.

Die Konzernführung geht unterdessen davon aus, dass sich die Aptuit-Übernahme bereits in diesem Jahr positiv auf die Umsätze und das Ergebnis niederschlägt.

Starkes 1. Halbjahr

Aber auch operativ konnte Evotec zuletzt überzeugen:

Dank der Meilenstein-Zahlungen aus den Forschungs-Allianzen verbesserte sich der Umsatz im 1. Halbjahr auf 103,4 Mio. € – ein Zuwachs um 37% zum vergleichbaren Vorjahres-Zeitraum.

Beim bereinigten Vorsteuer-Ergebnis (EBITDA) gelang sogar ein Sprung auf 26 Mi .€ (+64%).

Kursziel der Analysten erreicht

Insgesamt beobachten 9 Analysten die Evotec-Aktie. Von diesen raten 4 zum Kauf, 4 zum Halten und 1 Experte zum Verkauf der Aktie.

Bei einem erwarteten Gewinn von 0,15 € für das laufende Geschäftsjahr wird die Aktie mit dem 94-Fachen der geschätzten Gewinne bewertet.

Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 13 € nach dem jüngsten Kurssprung bereits knapp 16% unter dem aktuellen Kursniveau.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.