Evotec: Gelingt jetzt die Erholung?

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Evotec zählt zu den interessantesten deutschen Biotech-Werten. 2019 war allerdings kein einfaches Jahr für die Erfolgsaktie. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Lange Zeit konnte sich die Evotec-Aktie von ihrem Kurssturz im August – trotz positiver Nachrichtenlage – nicht erholen. In den vergangenen Tagen setzte endlich die überfällige Erholungsbewegung ein. Potenzial nach oben ist in jedem Fall vorhanden. Allerdings war die Entwicklung der Evotec-Aktie 2019 nicht gerade einfach vorhersagbar.

Unternehmensportrait

Bei Evotec handelt es sich nicht um ein typisches (forschendes) Biotech-Unternehmen. Die Hamburger arbeiten überwiegend im Auftrag anderer Pharma- und Biotechkonzerne, darunter befinden sich klangvolle Namen wie Bayer, Pfizer, Novo Nordisk, Novartis, Sanofi, AstraZeneca und Celgene.

Bezahlt werden die Forschungsarbeiten in Form von laufenden Forschungszahlungen, weshalb Evotec im Gegensatz zu vielen anderen Biotechunternehmen bereits seit Jahren profitabel arbeitet. Einige Wirkstoffe erforscht Evotec zudem in Eigenregie, um sie zu einem späteren Zeitpunkt an größere Unternehmen zu lizensieren.

Quartalszahlen über Erwartungen, Jahresprognose angehoben

In der vergangenen Woche meldete Evotec Zahlen für das 1. Halbjahr, die über den Erwartungen lagen: Der Umsatz stieg um +16% auf 207 Mio. Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um gut +50% auf 58 Mio. Euro (Prognose lag bei 55 Mio.). Alle Geschäftsbereiche trugen laut Evotec zum guten Ergebnis bei.

Ebenfalls erfreulich: Für das Gesamtjahr erhöhte Evotec seine Prognosen: Statt von einem Umsatzplus von rund 10% geht das Unternehmen nun von einer Umsatzsteigerung von +15% aus. Außerdem soll das Ebitda um mindestens 10% zulegen (bisher waren es genau 10%).

Überraschender Kurssturz im August nach Halbjahreszahlen

Nach Vorlage der Halbjahreszahlen im August erlebte die Evotec-Aktie einen heftigen Kursrutsch – und das, obwohl die Ergebnisse leicht über den Erwartungen gelegen haben und anfangs auch mit Kursgewinnen belohnt wurden. Doch dann fingen die Tagesgewinne an zu bröckeln, die Aktie rutschte in die Verlustzone und am Ende des Tages stand ein zweistelliges Prozentminus zu Buche. In den folgenden Tagen setzte sich der Kursverfall fort. In der Spitze verlor die Evotec-Aktie ein Viertel ihres Wertes.

Psychologie kann eben an der Börse ein starker Kurstreiber sein. Was mit Gewinnmitnahmen beginnt, kann dann schnell eine Eigendynamik entwickeln, vor allem in der damals angespannten Börsenlage. Hinzu kam, dass die Aktie gleichzeitig von Shortsellern attackiert wurde, die versuchten, mit den fallenden Kursen Geld zu verdienen.

Zahlreiche positive Nachrichten verpufften

In den folgenden Monaten wurden sämtliche positive Nachrichten (und das waren nicht wenige) von den Anlegern nahezu ignoriert. Neue Kooperationen, gute Quartalszahlen sowie massive Aktienkäufe von Evotec-Chef Werner Lanthaler brachten allesamt keine positiven Impulse.

Aktie schafft es erstmals wieder über die 21 Euro-Marke

Seit Ende November geht es nun wieder aufwärts. In den vergangenen Tagen schaffte es die Evotec-Aktie erstmals wieder über die Marke von 21 Euro. Es scheint, als habe die überfällige Erholungsbewegung begonnen. Aber sicher ist dies natürlich nicht. Die Evotec-Aktie war dieses Jahr schon für manche Überraschung gut – positiv wie negativ.

Kurzfristig bleibt die Entwicklung schwierig zu prognostizieren. Für Langfristanleger lohnt sich ein Blick auf den deutschen Biotechwert aber in jedem Fall.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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