Evotec: Korrektur nach Kursverdreifachung

Derzeit nehmen die Anleger bei Evotec ihre hohen Gewinne mit. Kurzfristig kann es weiter abwärts gehen, langfristig stehen die Chancen gut. (Foto: ricochet64 / shutterstock.com)

Sell on good news – diese Weisheit setzte zu Wochenbeginn so mancher Anleger der Evotec-Papiere in die Tat um und sorgte damit wieder für eine Korrektur bei der erfolgreichen Biotech-Aktie.

Evotec: Ein Unternehmens-Portrait

Die Evotec AG mit Sitz in Hamburg und im TecDAX vertreten, ist ein Wirkstoff-Forschungs- und -entwicklungs-Unternehmen.

Dieses generiert durch Partnerschaften mit Pharma- und Biotechnologie-Firmen Ansätze zur Entwicklung neuer pharmazeutischer Produkte.

Dabei ist der Konzern weltweit tätig und beschäftigt mehr als 500 Wissenschaftler.

Zu den Themengebieten gehören neben der Neurologie (Alzheimer) und Stoffwechsel-Erkrankungen (Krebs) auch Entzündungs- und Infektions-Krankheiten.

Dabei arbeitet Evotec in langjährigen Forschungs-Allianzen mit internationalen und namhaften Partnern zusammen.

Zusammenarbeit mit Bayer verlängert

Am Montag wurde bekannt, dass Evotec und der Pharma-Konzern Bayer ihr Forschungs-Bündnis nach einem Erfolg verlängert haben.

Hintergrund hierfür ist, dass ein Programm zum Frauenleiden Endometriose in die klinische Phase I überführt wurde.

Aus diesem Grund erhält Evotec nun eine Meilenst-Einzahlung. Diese positive Nachricht sorgte allerdings für Gewinn-Mitnahmen bei der Evotec-Aktie.

Geschäft floriert

Wie gut die Geschäfte laufen, belegt ein Blick auf die Quartals-Ergebnisse zum 1. Quartal:

Die Hamburger sind mit einem kräftigen Umsatz- und Gewinnsprung ins neue Jahr gestartet. So stieg die Geschäftstätigkeit um 34% auf 50,2 Mio. €.

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) kletterte im gleichen Zeitraum von 7,2 Mio. € im Vorjahr auf nunmehr 13,2 Mio.  €.

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Und diese Entwicklung soll sich auch 2017 fortsetzen.

Hier wird ein Wachstum des Konzern-Umsatzes von 15% in Aussicht gestellt – das bereinigte Ergebnis soll ein signifikantes Plus aufweisen.

Eine 1. Tendenz hierzu werden die Halbjahres-Zahlen liefern, die am 10. August vorgestellt werden.

Dabei rechne ich mit einer positiven Überraschung und gehe davon aus, dass sich die Konzernleitung optimistischer und detaillierter über die Gesamtjahres-Aussichten äußert.

Aktie zwischenzeitlich auf 16-Jahres-Hoch

Die Aktie hat im vergangenen Monat – erstmals seit 2001 – die 14-€-Marke übersprungen und zählt im bisherigen Jahresverlauf zu den gefragtesten Titeln des TecDAX.

Innerhalb eines Jahres hatte sich der Aktienkurs verdreifacht, seit Mitte Juli befindet sich der Wert nun im Korrektur-Modus.

Diese Korrektur könnte sich – in Anbetracht des extrem steilen vorherigen Anstiegs – durchaus noch etwas länger hinziehen. Kurzfristig ist hier also Vorsicht angebracht.

Auf lange Sicht schätze ich die Chancen auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends als nicht schlecht ein – wenn es auch in dem Tempo nicht so weitergehen kann.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 60 ist der Titel zwar optisch recht teuer, die gute Forschungs-Pipeline rechtfertigt aber einen deutlichen Bewertungs-Aufschlag.

Für spekulativ orientierte Anleger ist diese Biotech-Aktie einen Blick wert.

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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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