Ex-Chefökonom der BIZ warnt vor platzender Mega-Blase

Die Stimmung an den Börsen ist euphorisch. Gleichzeitig wagen sich nur noch wenige nachdenklich machende Stimmen aus der Deckung. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Die Aktienmärkte – allen voran in den USA – kennen derzeit nur noch eine Richtung: und zwar nach oben.

Auffällig ist, dass darüber hinaus auch noch die Schwankungs-Intensität, die Volatilität, im historischen Vergleich extrem gering ist.

Sorglosigkeit und Euphorie herrschen vor; immer höhere Kursziele werden ausgerufen.

Die ersten Super-Bullen sehen den Dow Jones bis zum Jahresende schon bei sage und schreibe 25.000!

Und mit Blick auf den deutschen Leitindex wird von den Optimisten immer häufiger die 20.000-Punkte-Marke als mittel- bis langfristiges Kursziel genannt.

Ex-BIZ-Chefvolkswirt warnt

Und bei dieser Stimmungslage wagt sich der Kanadier William White, ehemals Chefökonom der mächtigen Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), in einem Interview mit erstaunlichen Aussagen in die Öffentlichkeit:

White warnt vor einer Krise, die gefährlicher als die Finanzkrise von 2008 sei. Tenor seiner Aussage ist, dass im aktuellen Umfeld die Zentralbanken die Probleme nicht mehr lösen könnten.

Die aktuelle Lage sei White zufolge bedrohlicher als 2007. Sie ähnele Herrn White zufolge gleichzeitig auch sehr dem Jahr 2008.

Gigantische Blase

Damals wurde ja aus der US-Immobilienkrise eine handfeste Weltfinanzkrise. Jetzt befinde laut White allerdings mehr als nur ein Markt in einer Blase:

Anleihen, Aktien, Immobilien – fast alle Anlageklassen befinden sich in einer Übertreibung. Normalerweise sei schon eine Übertreibung in nur einer Anlageklasse Grund zur Sorge.

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Und nun befänden wir uns in einer Mega-Blase. Und diese Super-Blase limitiere auch die weitere Handlungsfähigkeit der Zentralbanken.

Die Notenbanken könnten dieses Liquiditäts-Problem nicht mehr lösen.

Es gehe letztlich um die Frage, wie mit der Restrukturierung von Schulden, ja mit Insolvenzen umzugehen sei. Das sei aber nicht die Aufgabe und Kompetenz der Notenbanken.

Politik in der Pflicht

Und damit ist laut White der große Schulden-Ball wieder in den Händen der politischen Entscheidungsträger.

Es sei letztlich Aufgabe und Kernkompetenz der Politik zu entscheiden, wie regulatorisch mit  der Restrukturierung umzugehen sei.

Anders formuliert: Die Politik kommt am Ende des Tages nicht um Schuldenschnitte bzw. Banken-Rettungen herum.

Ja, liebe Leser, Herr White wagt es als einer der ganz Wenigen Wasser in den Euphorie-Wein zu gießen.

Es wäre mehr als nur fahrlässig die weisen Worte des ehemaligen Chefvolkswirts der mächtigsten Bank der Welt zu ignorieren.

Wir sollten alle sehr besorgt sein und hoffen, dass die Politiker in der kommenden Mega-Krise halbwegs weise Entscheidungen treffen werden.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.