Ölpreis: Goldman Sachs warnt vor Sturz auf 20 Dollar

Goldman Sachs ist bei Rohstoffen ein großer Name. Daher sorgt die aktuelle Preisprognose von 20 Dollar beim Öl für viel Wirbel. Lesen Sie hier, was dahinter steckt. (Foto: Christopher Halloran / shutterstock.com)

Jetzt hat Goldman Sachs einmal mehr zugeschlagen. Die US-Investmentbank macht regelmäßig mit markanten Prognosen von sich reden. Jetzt sorgt eine aktuelle Ölpreis-Prognose für viel Wirbel. Jeffrey Currie, der Chefanalyst im Rohstoffbereich bei Goldman Sachs, erwartet einen Ölpreisabsturz auf nur noch 20 Dollar pro Barrel.

Damit würde sich der Ölpreis vom aktuell schon extrem niedrigen Niveau noch einmal halbieren. Was uns zunächst einmal als Autofahrer recht sein sollte, lässt mich als Rohstoff Investor aufhorchen. Goldman Sachs ist bekannt für seine extremen Prognosen – das gilt für Öl genauso wie für Edelmetalle.

Doch die Experten der US-Bank lagen auch häufig daneben. Das muss Ihnen auch klar sein wenn Sie solche extremen Prognosen entdecken. Ein kleines Beispiel aus der Vergangenheit verdeutlicht das. So erwartete Goldman Sachs im Jahr 2008 auf einem Ölpreisniveau jenseits der 120 Dollar einen Anstieg auf bis zu 200 Dollar pro Barrel.

Sicherlich erfolgte zunächst noch ein weiterer Anstieg auf annähernd 150 Dollar pro Barrel. Doch dann folgte im Zuge der Finanzkrise der rasante Absturz auf nur noch 32 Dollar pro Barrel. Hier lag Goldman Sachs im Rückblick komplett falsch. Auch aus der jüngeren Vergangenheit gibt es noch einige Beispiele die unterstreichen, wie große Marktplayer wie eben Goldman Sachs mit ihren Prognosen falsch gelegen haben.

Als Investor sollten Sie schon schauen, was die großen Player über die Zukunft sagen

Dennoch erhalten solche Prognosen genügend Aufmerksamkeit, um auf dem Markt auch wirklich etwas zu bewegen. Insofern ist es als Investor schon spannend und auch notwendig, auf solche Prognosen zu schauen. Immerhin ist die Argumentation von Goldman Sachs sogar gut nachvollziehbar.

Die lässt sich gut in einem Satz zusammenfassen: Ein Überangebot beim Öl und eine möglicherweise deutlich sinkende Nachfrage aus China bieten weiteres Abwärtspotenzial für den Ölpreis. Allerdings stellt sich die Frage, ob die OPEC nicht doch noch genügend Einfluss hat, um durch gezielte Produktionskürzungen das Überangebot einzugrenzen.

Spannend ist auf jeden Fall der Blick in die USA. Dort sinken zwar schon seit Jahresanfang die Zahlen der Ölbohrungen. Doch bei der Ölproduktion hat es bislang nur geringe Auswirkungen gehabt. Noch immer produziert die größte Volkswirtschaft der Welt mehr als 9 Millionen Barrel Öl am Tag. Noch vor drei Jahren lag dieser Wert bei deutlich unter 6 Millionen Barrel.

Damit wird das Überangebot beim Ölmarkt wohl auf absehbare Zeit weiterbestehen. Vielleicht kommt es dieses Mal ja wirklich so, wie es Goldman Sachs erwartet.

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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