Experten-Meinung: „Merkels Stunde hat geschlagen!“

Tagtäglich können Sie miterleben, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel an ihrer Flüchtlings- und Europapolitik festhält. Kritik blendet sie aus.

Stur verfolgt sie einen Plan, bei dem man sich langsam fragen muss, wer tatsächlich darauf besteht, dass dieser umgesetzt wird.

Denn durch diese Art der Politik wird nichts besser. Ganz im Gegenteil.

Die Krisen sind noch da

Die Wirtschaft der südlichen EU-Krisenländer ist noch nicht mal auf Vorkrisen-Niveau.

Und wer weiß, wie tief die – auch unter kräftiger Mithilfe Deutschlands – verordneten Strukturreformen diese Staaten noch weiter in die Armut und die soziale Ungerechtigkeit treiben werden.

Großbritannien steht vor einem Brexit, einem möglichen Austritt aus der EU. Und das mit verheerenden Folgen für alle.

Osteuropäische Länder, wie etwa Ungarn, Polen oder die Slowakei, wollen sich dem Diktat aus Brüssel nicht mehr beugen. Und kochen Ihre eigenen Süppchen.

Europa steht vor dem Abgrund

Zudem bringt die Einheitswährung des Euro und die Flüchtlingskrise die Europäische Union in immer größere Probleme. Ihr droht eine Verschärfung der Wirtschaftskrise, weil die EZB nicht mehr gegen die ganzen Probleme tut, als immer neues billiges Geld in die Märkte zu pumpen.

Das wird sich bitter rächen. Das können Sie wortwörtlich nehmen. Europa steht vor dem sprichwörtlichen Abgrund.

Out of control

Der britische Finanzjournalist Matthew Lynn prognostiziert der deutschen Wirtschaft nichts Gutes. Deutschland habe in der Eurozone die Löhne niedrig gehalten und für einen Handelsüberschuss gesorgt. Und dieser sei „außer Kontrolle“ geraten.

Die sinkenden deutschen Importe seien ein großes Problem. Doch Merkel habe dieses entweder komplett ignoriert oder weigere sich etwas dagegen zu tun.

Und das mit verheerenden Folgen: „Deflation im Rest der Welt, niedrige deutsche Löhne und riesiges finanzielles Ungleichgewicht, weil dieser Überschuss durch die Banken wieder in Umlauf gebracht wird“, so Lynn.

Energiepolitik um GRÜNE glücklich zu machen

Der Brite meint weiter, dass die hohen Energiekosten dazu geführt hätten, dass deutsche Unternehmen weniger wettbewerbsfähig seien, als andere.

Diese seien jetzt von einem niedrigen Wechselkurs der EZB abhängig, um wachsen zu können.

Und das nur, um die GRÜNEN „glücklich zu machen“. Auch da ist was Wahres dran.

Merkel hat Brexit-Bestrebungen nicht verhindert

Auf gut deutsch: Lynn wirft Merkel vor, die deutsche Wettbewerbsfähigkeit in den Ruin zu treiben. Aber mehr noch: Die Kanzlerin hätte Großbritannien zu nahe an einen Brexit gelassen.

Dies hätte man durch bedeutungsvollere Neuverhandlungen verhindern können.

In der Tat wurde dieses Problem angesichts der Flüchtlingskrise erst zu spät angegangen. Wenn die Briten die EU verlassen, wird diese nicht mehr so sein wie vorher. Vielleicht wird sie sogar daran zerbrechen.

22. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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