Experten sicher: Der Welt wird das Gold ausgehen

Langfristig wird die Minenproduktion beim Gold weltweit nachlassen – es werden zu wenig neue und vor allem auch große Vorkommen entdeckt. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Sicherlich sind 30 Jahre eine lange Zeit für eine Prognose. Doch genau dies wagt jetzt die angesehene Organisation World Gold Council (WGC). Die Experten blicken ins Jahr 2048 und geben eine detaillierte Analyse ab, wie es dann um den Goldmarkt bestellt sein könnte. Ein Kernelement der Aussagen ist ganz klar: Die Minenindustrie steht vor massiven Herausforderungen, um das aktuelle Produktionsniveau auch weiterhin halten zu können.

Überspitzt formuliert kann man schon sagen: Auf lange Sicht geht der Welt das Gold aus. Schon heute ist absehbar, dass wir in den nächsten Jahren so etwas wie den Höhepunkt der weltweiten Goldproduktion sehen werden. Es sind in den vergangenen Jahren einfach zu wenig neue hochgradige Vorkommen entdeckt worden, um dieses Niveau auch noch in 15 Jahren bei der weltweiten Produktion halten zu können.

Gleichzeitig sehen die Experten des WGC aber das weitere weltweite Wirtschaftswachstum als Antrieb für eine stetig steigende Goldnachfrage. Gerade hier sind die beiden aufstrebenden Länder China und Indien von ganz großer Bedeutung. Dort spielt Gold in der persönlichen Absicherung fürs Alter eine ganz andere Rolle als bei uns in den westlichen Staaten. Da dort die Mittelschicht vor allem in China weiter massiv anwächst, ist auch mit einer fortgesetzten hohen Goldnachfrage zu rechnen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist laut WGC die weit voranschreitende Vernetzung der Welt. Auch hier wird Gold als Rohstoff tatsächlich eingesetzt werden.

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Gold wird auch noch in 30 Jahren wichtig sein – sowie seit einigen tausend Jahren

Für das WGC steht daher fest: „Gold wird auch weiterhin als wichtiger Wertspeicher in den nächsten Jahren anerkannt werden. Gold ist seit einigen Tausend Jahren Bestandteil unserer Welt – und das wird sich auch in den kommenden 30 Jahren nicht ändern.“

Das sehe ich ähnlich – auch wenn eine einseitige Fokussierung auf Gold als Investment nicht ratsam ist. Die Gewichtung im Gesamtdepot sollte nicht bei mehr als 10 % für Gold und 5 % für Silber liegen. Dann können die beiden Edelmetalle ihren Charakter als Absicherung für Krisenzeiten voll ausspielen – ohne aber durch eine zu hohe Gewichtung die Stabilität des Gesamtdepots zu gefährden.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.