EZB warnt vor Risiken für das Finanzsystem

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Die EZB wagte sich jüngst mit einer relativ seltenen Warnung aus der Deckung. Die Verantwortlichen warnten vor zunehmenden Risiken für die Stabilität des Finanzsystems in der Euro-Zone. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Euro-Notenbank präsentiert ja einmal pro Halbjahr einen sog. Stabilitätsbericht. Die jüngste Veröffentlichung in der vergangenen Woche hatte es wahrlich in sich. Des Öfteren dachten wir, dass wir hier unsere eigenen Ausführungen lesen dürfen.

Konjunkturelle Entwicklung von entscheidender Bedeutung

Der Vize-Chef der EZB, Herr de Guindos aus Spanien, brachte es sehr schön auf den Punkt, dass am Ende doch alles an der weiteren konjunkturellen Entwicklung hängt. Laut Herrn Guindos sei der Ausblick für das Wachstum zentral für alle Hauptgefahren für die Finanzstabilität. Er musste insofern zugeben, dass es aufgrund der relativ unsicheren Wirtschaftsperspektiven bereits zu starken Schwankungen an den Finanzmärkten gekommen sei.

Wenn sich nun aber die Konjunktur stärker als von allen Beobachtern erwartet und gedacht abschwächen sollte und zudem die globalen Handelsstreitigkeiten zunehmen, könnte diese Entwicklung zu weiteren und stärkeren Kursverlusten an den internationalen Finanzmärkten führen. Voila, das ist eine veritbable Crash-Warnung!

Achillesfersen im Fokus

Sehr spannend ist auch, was die Notenbanker mit Blick auf die diversen Risikofaktoren sagen. Sie weisen explizit darauf hin, dass in manchen Ländern der Euro-Zone die Schuldenstände immer noch zu hoch sind. Bei einer Abkühlung der Wirtschaft könnten sich die Finanzierungskosten für manche Länder erhöhen, warnten sie. Am Ende könnte die Sorge um die Tragfähigkeit der Schulden auf der Agenda stehen.

Weiter zeigen sich die obersten Banker Europas besorgt aufgrund der anhaltend niedrigen Ertragskraft der Banken in Europa. Ein großer Anteil der Geldhäuser werde dem Bericht zufolge nicht in der Lage sein, die Renditeanforderungen der Investoren zu erfüllen. Besorgt zeigt sich die EZB auch hinsichtlich der steigenden Wohnimmobilienpreise in manchen Ländern. Hier gebe es der Euro-Notenbank zufolge Anzeichen einer leichten Überbewertung. Konkret könnte die EZB in dem Kontext Banken dazu auffordern, mehr Kapital als Sicherheitspuffer zurückzuhalten.

Ja, liebe Leser, das aktuelle Umfeld, der konjunkturelle Ausblick besorgt auch die obersten Banker der EZB in Frankfurt. Die Risiken sind jedenfalls gewaltig und können selbst von den führenden Notenbankern nicht mehr verheimlicht werden. Tatsache ist, dass insbesondere all jene Investoren, die in den letzten Jahren ihr Geld in die Aktien der europäischen Banken investierten, alles andere als glücklich und zufrieden sein können.

Wir verweisen hier nur kurz auf das Schicksal der Aktie des größten deutschen Bankhauses, der Deutschen Bank. Beinahe täglich markiert das Papier ein neues Allzeittief und ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht.

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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