EZB zögert Zins-Anhebungen heraus – Es geht auch gar nicht anders

Die Zinsen in der Euro-Zone bleiben unverändert. Die Währungshüter haben aber auch keine andere Wahl. Experte Günter Hannich mit den Infos: (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Jetzt heißt es: Alles beim alten. Die Zinsen in der Euro-Zone bleiben weiter unverändert.

EZB Chef Mario Draghi erklärte zudem, dass die lockere Geldpolitik der europäischen Währungshüter bestimmt bis Ende des Jahres weitergeht.

Gut möglich, dass einige Experten den Anstieg der Zinsen im Euro-Raum erwartet hatten. Ich kann nur sagen: Ich habe nicht zu dieser Gruppe gehört.

Auch wenn überall immer optimistischere Konjunkturdaten aus verschiedenen Euro-Ländern auftauchen, halte ich diesen vermeintlichen Aufschwung für sehr brüchig.

Hohe Aktienkurse deuten kommende Korrektur an

Dabei legen die rekordhohen Aktienkurse doch nahe, dass sich die Wirtschaft in der Eurozone auf einem Rekordniveau befinden müsste.

Doch dem ist nicht so; vielmehr wächst mit jedem Tag von annähernd rekordhohen Ständen an den Börsen auch die Gefahr einer massiven Korrektur.

Wird sie morgen oder nächste Woche eintreten? Das kann ich Ihnen nicht genau beantworten. Was ich Ihnen aber sagen kann:

Eine solche Diskrepanz zwischen realer wirtschaftliche Lage und der fast schon euphorischen Stimmung an den Finanzmärkten kann so nicht ewig gutgehen.

Vor allen Dingen fehlt in der Euro-Zone ein wichtiger Faktor, der die EZB antreiben könnte, die Zinsen anzuheben: die deutlich ansteigende Inflation.

EU-Währungshüter wokllen hohe Inflation etablieren

Zwar sind die Inflationsraten Anfang des Jahres 2017 deutlich gestiegen. Aber dieser Anstieg war nicht nachhaltig.

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Genau auf diesen Aspekt hat jetzt auch noch einmal Mario Draghi ganz explizit hingewiesen.

Was wir hier im Januar, Februar und März gesehen haben, war nur eine Anpassung der Inflationsraten im Vergleich zum Vorjahr.

Damals wiederum notierte beispielsweise der Ölpreis rund 40 % unter dem aktuellen Niveau.

Da war es nur schwer möglich, mittelfristig eine hohe Inflation zu etablieren. Doch genau das ist das Ziel der europäischen Währungshüter.

Die wahre Gefahr bleibt die Deflation

Daher bleibe ich auch bei meiner Einschätzung: Ich sehe eine viel größere deflationäre Gefahr. Doch genau diese Gefahr haben die meisten Experten gar nicht auf dem Radar.

Sie müssen dabei wissen: Die Folgen einer massiven Deflation sind sehr viel schlimmer als die einer Inflation – das vergessen leider viele Beobachter immer wieder…

Ein Hauptmerkmal einer Deflation ist der Mangel an Geld. Genau dieser gefährdet auch die Vermögen der meisten Investoren. Bei der Inflation gibt es zu viel Geld.

Daher frage ich Sie: Was ist denn wohl schlimmer; zu viel oder zu wenig Geld?

Die Antwort ist klar: Es ist der Geldmangel, der zu massiven Verwerfungen führt!

Daher kommt auch Ihrer persönlichen Absicherung eine so große Bedeutung zu! Wie Sei die am besten aufbauen, erfahren Sie regelmäßig an dieser Stelle.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.