FACC: Österreichischer Mittelständler mit großen Plänen

Gestern habe ich Ihnen an dieser Stelle von meiner Reise nach Österreich berichtet und für Sie einen Blick auf den österreichischen Aktienmarkt geworfen.

Zudem habe ich Ihnen mit der Flughafen-Wien-Gruppe einen börsennotierten Konzern aus unserem Nachbarland vorgestellt.

Heute möchte ich Ihnen mit dem Mittelständler FACC ein weiteres börsennotiertes Unternehmen aus Österreich vorstellen.

Das ist die FACC AG

Die FACC AG (ehemals Fischer Advanced Composite Components) wurde 1989 gegründet und ist ein österreichischer Flugzeugkomponenten-Hersteller.

Dieser befindet sich mehrheitlich im Besitz des chinesischen Konzerns AVIC und hat seinen Firmensitz im oberösterreichischen Ried.

FACC ist vorwiegend im Bereich der Kunststoff-Verarbeitung tätig.

Man entwickelt, entwirft und produziert hier Flugzeug-Innenausstattung und Strukturbauteile in Leichtbauweise für internationale Flugzeug-Produzenten.

Zu den Kunden von FACC zählen die Flugzeug-Produzenten Boeing, Airbus, Embraer und Bombardier sowie der Triebwerks-Hersteller Rolls-Royce.

Cyber-Attacke belastete Ergebnis und Aktienkurs

Im Januar des vergangenen Jahres wurde FACC Opfer einer Cyber-Attacke, die das Ergebnis der Firma belastet hat und damit auch den Aktienkurs negativ beeinflusste.

Vereinfacht gesagt sind Computer-Spezialisten in das interne FACC-System eingedrungen und haben rund 50 Mio. € aus der Kasse gestohlen.

Das wirkte sich, wie bereits erwähnt, auch negativ auf den Aktienkurs aus:

Während die FACC-Aktie im Dezember 2015 bei 7,26 € notierte, rutschte sie im Januar 2016 (nach der Cyber-Attacke) auf 4,57 € ab.

Im Juni des vergangenen Jahres notierte die FACC-Aktie zwischenzeitlich sogar unterhalb von 4 €. Seither hat sich der Kurs aber mehr als verdoppelt.

Heute notiert die FACC-Aktie bei über 9 € und nimmt damit Kurs auf ihr Allzeithoch im Bereich von 9,50 €, das nach dem Börsengang im Juni 2014 erreicht wurde.

Aktuelle Zahlen und Ausblick

FACC hat ganz frisch seine Zahlen für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2017/2018 (bis Ende Februar) veröffentlicht:

Demnach stieg der Umsatz um 12,9% auf 184,3 Mio. €. Der operative Gewinn (EBIT) legte deutlich von 2,0 Mio. € in der Vorjahres-Periode auf 10,8 Mio. € zu.

Im Ausblick rechnet FACC mit weiterem Wachstum in der zivilen Luftfahrt-Industrie.

In den kommenden 20 Jahren soll sich die Flotte an Flugzeugen weltweit von derzeit 21.000 Verkehrsflugzeugen bis zum Jahr 2035 auf 42.500 Flugzeuge mehr als verdoppeln.

Wesentlich dazu beitragen sollen die Wachstumsmärkte China und Indien.

Daher hält FACC an seiner „Vision 2020“ fest, die einen Umsatz von 1 Mrd. € für das Geschäftsjahr 2020/2021 vorsieht.

Die kürzlich abgeschlossenen Verträge mit Bombardier und Rolls-Royce sollen die Wachstums-Strategie bereits in den kommenden Jahren unterstützen.

Damit könnte die zuletzt sehr positive Tendenz der FACC-Aktie durchaus fortgesetzt werden.

Angesichts eines aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) von deutlich über 20 ist eine Investition in FACC aber auch mit größeren Risiken verbunden.

13. Juli 2017

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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