Facebook Aktie: Kann Zuckerberg die Probleme lösen?

Facebook steht gleich vor mehreren Herausforderungen, die Aktie zeigte sich zuletzt extrem volatil. Gelingt die Stabilisierung? (Foto: Ink Drop / shutterstock.com)

Ist die langfristige Wachstumsstory in ernsthafter Gefahr? Ein Blick auf die Kursentwicklung der vergangenen Monate zeigt die hohe Nervosität, die seit einiger Zeit bei den Facebook Anlegern vorherrscht.

Zwar verbucht das Papier auf Jahressicht in Euro immer noch einen Aufschlag von 15 Prozent auf zuletzt gut 146 Euro. An der Nasdaq beläuft sich der Aufschlag etwas stabiler auf gut 30 Prozent, dort kostete die Facebook Aktie zuletzt rund 179 Dollar.

Doch die starke Volatilität der vergangenen Monate belegt die zunehmende Verunsicherung an den Märkten. Das hat seine Gründe. Denn Facebook kämpft – wie auch beispielsweise Google – um seine Haupteinnahmequelle: Werbeanzeigen.

Jüngere Nutzer wenden sich ab

Was im Umfeld von Suchmaschinenanfragen noch vergleichsweise wenig störend und mitunter sogar hilfreich erscheinen kann, schreckt Nutzer von Facebook zunehmend ab. Vor allem jüngere Internetnutzer wenden sich mehr und mehr vom weltweit größten sozialen Netzwerk ab und wechseln zu Konkurrenzangeboten aus dem Hause Snap.

Immer wieder werden Studien veröffentlicht, die eine „Vergreisung“ von Facebook nahelegen: Jüngere Nutzer unter 25 Jahren zeigen weniger Interesse an dem Netzwerk, ihre Anzahl wird sich Prognosen zufolge in den kommenden Jahren rückläufig entwickeln. Zugleich loggen sich die älteren Nutzer seltener ein. Die Anzahl der täglich aktiven Nutzer ist im vierten Quartal des vergangenen Jahres in den USA und Kanada erstmals in der Unternehmensgeschichte gesunken von 185 auf 184 Millionen.

Es gab jedoch auch positive Nachrichten. So ist parallel die Zahl der täglich aktiven Nutzer in Europa um 3 Millionen gestiegen auf 277 Millionen, und auch in Asien und Afrika nutzten immer mehr Menschen die Möglichkeit, sich aktiv via Facebook zu vernetzen. Unterm Strich kommt das Unternehmen damit auf ein Wachstum von 14 Prozent auf stolze 1,4 Milliarden Nutzer. Anders ausgedrückt: Mehr als jeder siebte Erdenbürger nutzt das soziale Netzwerk.

Öffentliche Kritik

Zugleich steht das Unternehmen in der Öffentlichkeit immer stärker in der Kritik. So wird Facebook etwa vorgeworfen, zu wenig gegen die Verbreitung von Falschmeldungen oder Hasskommentaren zu tun. Immerhin ist das soziale Netzwerk für immer mehr Menschen zu einer Informationsquelle und Nachrichtenseite geworden. Allerdings bewegen sich die meisten Nutzer dabei in einer „Bubble“, also einer Blase: Sie sind befreundet mit anderen Nutzern oder haben Seiten „geliked“, die weitgehend ihren bereits bestehenden Überzeugungen entsprechen und diese im Sinne einer Echokammer noch verstärken.

Facebook selbst hat Anfang des Jahres nun einen radikalen Schritt angekündigt, mit dem es sich aus Anlegersicht ins eigene Fleisch schneiden könnte: Der komplexe Algorithmus soll umgestellt werden und zwar dergestalt, dass Nutzer wieder vermehrt Inhalte ihrer Freunde und Bekannten angezeigt bekommen – und weniger Inhalte von Unternehmensseiten.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg sprach in diesem Zusammenhang von einer Verbesserung der „Quality Time“, die Nutzer auf Facebook verbringen. Nachrichtenseiten jedoch, die seit geraumer Zeit Facebook zur Verbreitung ihrer Inhalte genutzt haben, befürchten nun Schwierigkeiten.

Facebook Aktie: Analysten bleiben optimistisch

Nicht zuletzt könnte sich die Umstellung, deren Details wie immer Facebook-intern geheim gehalten werden, auch auf die Werbeanzeigen auswirken, an denen sich gerade junge Nutzer immer mehr stören, die aber zugleich die Geschäftsgrundlage für Facebooks wirtschaftlichen Erfolg bilden.

Trotz dieser komplexen Gemengelage und der Volatilität des Aktienkurses zeigten sich Analysten zuletzt zuversichtlich, dass Facebook seine Probleme in den Griff bekommen und die Aktie weiter steigen wird.

Nahezu einstimmig raten aktuelle Studien zum Kauf des Papiers, die Kursziele bewegen sich dabei mehrheitlich zwischen 225 und 250 Dollar.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.