Facebook-Aktie: Neues Kursziel 12 Dollar

Facebook und seine vertrauten Investmentbanker ringen nach dem Börsengang im Moment mit dessen schweren Folgen.

So wird sich das Unternehmen in den kommenden Monaten vor Gericht einer Reihe von Klagen stellen müssen.

Auch an der Börse ging es für die Aktie des Unternehmens nach einem turbulenten ersten Handelstag zunächst einmal steil bergab.

In der vergangenen Woche jedoch ist der Facebook-Aktie nach dem verpatzten Börsengang die Trendwende gelungen.

Kaum erholt sich die Aktie etwas, rufen die ersten Analysten schon wieder horrende Kursziele um die 40 Dollar aus.

Goldman Sachs und Facebook-Management machen kräftig Kasse

Wie bereits mehrfach von mir erläutert, halte ich im Gegensatz dazu von der Facebook-Aktie überhaupt nichts und rate Ihnen weiterhin dringend von dem Titel ab.

Hochspekulative Anleger mögen auf eine kurzfristige Erholung bis zum Emissionsniveau von 38 Dollar hoffen, doch selbst das ist alles andere als gewiss.

Ohnehin deutet nach dem Börsengang alles darauf hin, dass der eigentliche Beweggrund hierfür lediglich die Gier der Altaktionäre und insbesondere des Managements von Facebook war.

Die deutlich angehobene Preisspanne der Aktie, fast doppelt so viele ausgegebene Aktien wie zunächst angenommen – letztendlich hat beides nur dazu geführt, dass frühere Investoren wie Goldman Sachs und auch die Facebook-Mitarbeiter selbst kräftig Kasse gemacht haben.

Investmentbanken senken plötzlich die Prognosen – Ein Warnsignal

Dabei funktioniert das ganze Recht einfach. Facebook steht als weltweit bekanntes Unternehmen gut da, hat in den letzten Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt und ohnehin kennt und versteht angeblich ja jeder das Geschäft.

Die Konsortialbanken haben daraufhin kräftig die Werbetrommel gerührt, die Aktie bei Investoren als hochattraktiv dargestellt und somit für ein reges Interesse und letztendlich den bestmöglichen Preis für die Erstemission gesorgt.

Da grenzt es für mich wirklich an Betrug, dass die Konsortialbanken kurz vorm Börsengang plötzlich ihre Prognosen teilweise deutlich nach unten korrigieren und Facebook dann auf einmal doch nicht mehr so vielversprechend ist.

Aber was soll ich Ihnen sagen, ich habe Anleger stets vor diesen Machenschaften gewarnt und hoffe wirklich, Sie haben meinen Rat beherzigt.

Peer-Group Analyse ergibt Kursziel von rund 12 Dollar

Trotzdem gab es leider immer noch zu viele gierige und – nennen wir sie freundlich gutgläubige – Menschen, die bereit waren für eine Facebook-Aktie 38 Dollar zu zahlen.

Dabei habe ich für Sie die Aktie mal in einer Peer-Group-Analyse (Bewertungsvergleich mit Unternehmen der selben Branche) mit anderen bekannten Größen wie etwa Google, Apple, LinkedIn und weiteren verglichen und bin dabei auf ein für Aktionäre sehr ernüchterndes Kursziel gekommen.

Bei einer Bewertung nach wichtigen Kenngrößen wie Umsatz, Gewinn, und EBITDA (operatives Ergebnis vor Abschreibungen, Steuern und Zinsen) ergibt sich für die Facebook-Aktie nach aktuellen Schätzungen ein Kursziel von lediglich rund 12 Dollar.

Dabei sorgt die derzeit ähnlich astronomische Bewertung von LinkedIn noch für ein deutliches Plus im Kursziel, im reinen Vergleich zu etablierten Größen wie Google und Apple würde das Kursziel sogar fast einstellig werden.

Wenn der Hype endet gibt es ein Korrekturpotential von -65 %

Es ist aber nun mal so, dass die Aktie von Facebook derzeit nicht rational bewertet ist, sondern weiterhin von einer Welle von Euphorie und Phantasie getragen wird.

Deshalb sind auch solche Kursziele ebenso mit Vorsicht zu genießen wie die utopischen Ziele jenseits der 40 Dollar-Marke.

Trotzdem sollten sich Anleger vor Augen halten, dass, wenn der Hype endet, das Kartenhaus unglaublich schnell zusammenfallen kann.

Ich erinnere Sie gerne an die Kursentwicklung anderer gehypter Internet-Firmen innerhalb der letzten 12 Monate: Renren -61 %, Groupon -40 %  und Zynga -30 %.

Deshalb bleibe ich dabei, mein Kursziel für die Aktie von Facebook liegt bei rund 12 Dollar und birgt damit ein Korrekturpotential von rund -65 %.

2. Juli 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Felix Gode. Über den Autor

Felix Gode hegt eine langjährige Leidenschaft für die Börse. Er studierte Wirtschaftsrecht an der Hochschule Pforzheim und der California State University in Chico/USA.

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