Facebook-Aktie: Soziales Netzwerk trotz Firmenkrise mit Rekordgewinn

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Facebook-Aktie feuert fulminantes Comeback. Trotz zahlreicher Krisenherde ist der Technologiegigant weiter auf Rekordfahrt. (Foto: Ink Drop / shutterstock.com)

Tot gesagte leben länger. Kaum ein Sprichwort passt wohl derzeit besser auf Facebook, den Platzhirsch unter den sozialen Netzwerken. Mit Rekordgewinnen hat der US-Konzern seine Skeptiker in die Schranken verwiesen und die Aktie feierte ein fulminantes Comeback. Direkt nach den Zahlen explodierte die Aktie regelrecht und schloss mit einem Tagesplus von beinahe 11%.  Bei einem Kurs von 165 Dollar ist das Papier zwar noch ein gutes Stück von seinem Allzeithoch (217,5 Dollar) entfernt, aber der Wertzuwachs seit dem Dezembertief von mehr als 30% ist auf jeden Fall beeindruckend.

Facebook im Krisenmodus….

Die zurückliegenden Monate waren für den Facebook-Boss Mark Zuckerberg wahrlich kein Zuckerschlecken. Immer musste sich der Netzwerkriese mit Datenskandalen und mangelnder Transparenz auseinandersetzen. Neben dem Cambridge-Analytica-Skandal (Wahlbeeinflussung in den USA) und der russische Wahlmanipulation machte dem Technologiekonzern auch ein Hackerangriff mit ausgespähten Nutzerprofilen zu schaffen.

……in den Zahlen keine Spur

Umso erstaunlicher war, dass der Konzern trotz all der Skandale bärenstarke Geschäftsergebnisse abliefern konnte. Alleine im Weihnachtsquartal kletterten die Erlöse um 30% auf 16,9 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieb dabei ein Quartalsgewinn von 6,9 Milliarden Dollar hängen. Das entspricht einer imposanten Gewinnmarge von 40%.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal erreichte Facebook damit einen Zuwachs von 61%, der aber wenig aussagekräftig ist. Sie müssen nämlich beachten, dass der Konzern damals auf Grund der US-Steuerreform eine einmalige Abgabe auf seine Auslandsgewinne zahlen musste. Auch die Bilanz zeigte sich grundsolide. Zum Jahresende saß der Technologiegigant auf einem Cash-Berg von mittlerweile 41 Milliarden Dollar.

Netzwerkriese mit kräftigem Nutzerwachstum

Neben den reinen Zahlen dürften die Anleger aber vor allem auf die Entwicklung der Nutzerzahlen geachtet haben. Diese waren ausgesprochen stark. Mittlerweile greifen schätzungsweise rund 2,7 Milliarden Menschen auf zumindest eine App des Konzerns zurück, zu dem auch WhatsApp und Instagram gehören. Aber auch andere Vergleiche wirken durchaus beeindruckend: So erhöhte sich die Anzahl der Facebook-Nutzer, die mindestens einmal im Monat aktiv sind, im Schlussquartal um rund 50 Millionen auf etwa 2,32 Milliarden. Täglich kommen momentan 1,52 Milliarden Nutzer zu Facebook.

In Europa wieder auf Wachstumskurs

Besonders erfreulich war dabei, dass Facebook in Europa, nach rückläufigen Nutzerzahlen in den Quartalen zuvor, wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren konnte. Zum Jahresende lag die Zahl der monatlich aktiven Nutzer bei 381 Millionen und damit 6 Millionen höher als im Vorquartal. Unterdessen stagnierte die Nutzerzahl in den USA. Das stärkste Wachstum gab es laut Firmenangaben in Indien, Indonesien und auf den Philippinen.

Monetarisierung par excellence

Nicht weniger beeindruckend war eine weitere Kennzahl – der Umsatz pro Kunde. Auf Konzernebene verdient Facebook  inzwischen 7,37 Dollar je Kunde. Das ist ein Zuwachs von 21% und zeigt Ihnen, dass der Konzern enorm gut darin ist, das Nutzerverhalten seiner Kunden in bare Münze umzusetzen. Am ertragreichsten ist dabei der Werbemarkt im Heimatland USA und Kanada. Hier erzielte Facebook sogar einen Umsatz je Kunde von 34,86 Dollar.

Wolken am Horizont

So imposant die Zahlen auch waren – es gibt durchaus auch Schattenseiten. So warnte Facebook-Chef Zuckerberg wiederholt vor einem nachlassenden Nutzerwachstum. Zugleich ist der Ärger mit den Behörden längst nicht ausgestanden. In Deutschland untersucht das Bundeskartellamt, ob der Konzern beim Datensammeln eventuell seine Marktmacht missbraucht. In den USA könnte die Politik ebenfalls einschreiten und versuchen, die Macht von Facebook einzuschränken.

In der Summe dürfte diese Entwicklung auf jeden Fall auf die Margen drücken. So erwartet der Konzern in den kommenden Jahren einen Rückgang der Gewinnspanne um etwa 5 Prozentpunkte auf 35%. Das tut zwar weh, ist aber immer noch ein Niveau, von dem zahlreiche andere Technologiefirmen nur träumen können.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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