Facebook nach dem Skandal – so sehen wir die Aktie

Wie geht es für Facebook nach dem Datenskandal weiter? Kann die momentane Situation dem Konzern etwas anhaben? (Foto: I am Nickom / shutterstock.com)

Nun hat auch Facebook seinen ersten richtig großen Skandal. Die Geschehnisse rund um eine Beraterfirma von Donald Trumps Wahlkampfteam schlagen weltweit Wellen. Doch seien wir mal ehrlich: Dass Facebook für uns Nutzer nicht kostenlos ist, wussten wir schon lange. Neu ist bestenfalls, dass der Konzern seinen Datensatz durch Dritte so leicht abgreifen lässt.

Doch wie steht es nach dem Skandal um die Aktie? Facebook wurde 2004 als erstes soziales Netzwerk gegründet und sollte anfangs nur die Studenten der Harvard University vernetzen. Mittlerweile sind über 1 Mrd Nutzer registriert. Facebook finanziert sich ausschließlich über Werbeeinnahmen und Bezahldienste. Mittlerweile gehört Facebook zu den meist besuchten Websites weltweit. Mit den Übernahmen von WhatsApp und dem Fotodienst Instagram wurde das eigene Produktportfolio ordentlich aufgewertet.

Nutzer fühlen sich von Werbung genervt

Facebook hat unsere Erwartungen mit den jüngsten Zahlen weit übertroffen. Der Umsatz konnte um 47,1% auf 40,6 Mrd $ gesteigert werden. Unterm Strich wurde der Gewinn um 56,3% auf 15,9 Mrd $ gesteigert. Anders als die meisten digitalen Unternehmen benötigt Facebook kaum Fremdkapital. Die Erfolge sind größtenteils eigenfinanziert.

Die Eigenkapitalquote beträgt robuste 88% – ein Wert, von dem die Konkurrenten nur träumen können. Im digitalen Geschäft verteidigt das Unternehmen eisern seine Monopolstellung bei den sozialen Netzwerken. Kein anderer Konkurrent kann Facebook das Wasser reichen. Mit fast 2 Mrd täglichen Nutzern bleibt das gleichnamige Netzwerk klarer Marktführer.

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Die entscheidenden Wachstumsimpulse kommen aber nicht von Facebook selbst, sondern von dem Foto-Netzwerk Instagram. Vor allem bei jüngeren Nutzern stößt immer wieder böse auf, dass Facebook mit viel zu viel Werbung überfrachtet worden sei. Instagram wirkt dagegen deutlich privater. Genau diesen Effekt möchte man auch wieder bei seinem Hauptnetzwerk erreichen. Ob das gelingen wird, ist fraglich.

Die Aktie ist und bleibt auf einem guten Weg

Geplant ist eine deutliche Beschränkung der Werbeflächen. Dieser Schritt wird sich unmittelbar auf die Gewinnentwicklung auswirken. Der Konzernchef Mark Zuckerberg hält allerdings sachlich dagegen. Wenn die Werbeflächen reduziert werden, dann würden letztlich auch die Nutzerzahlen wieder steigen, da Facebook zusehends beliebter werden würde.

Damit würde auch die Werbung auf Facebook wieder attraktiver werden. Wie auch immer der Datenskandal ausgeht: Wir glauben daran, dass Facebook von seiner Marktstellung auch künftig profitieren wird. Der Konzern wird mit Gesetzgebern zudem Lösungen finden. Die Aktie ist attraktiv – nach dem Kursverfall mehr denn je.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.