Facebook übernimmt Giphy

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Der Social-Media-Gigant Facebook ist für spektakuläre Übernahmen bekannt. Am Freitag schlug das Unternehmen erneut zu. (Foto: Ink Drop / shutterstock.com)

In den USA scheinen die Technologie-Riesen momentan auf Einkaufstour zu gehen. Nach Apple hat auch Facebook wieder auf dem Übernahmemarkt zugeschlagen. Der kalifornische Spezialist für soziale Netzwerke hat den populären Anbieter animierter Bilder Giphy mit Sitz in New York übernommen.

Was Zuckerberg für den Übernahme-Deal auf den Tisch blättern musste, wurde nicht bekannt gegeben. Gut informierte Kreise berichten jedoch, dass Facebook etwa 400 Mio. US-Dollar (USD) für die Transaktion gezahlt haben soll. Wenn dem so ist, war der Kauf ein Schnäppchen, denn die Bilder-Entwickler wurden bei jüngsten Schätzungen mit 600 Mio. USD bewertet.

Die Marke Giphy bleibt erhalten

Laut Pressemitteilung vom vergangenen Freitag will Facebook Giphy in seinen Geschäftsbereich Instagram einbinden. Die Markte Giphy soll auch weiter bestehen bleiben. Auch die von Giphy erstellte, umfangreiche Bilder- und Videoclip-Datenbank soll weiterhin von den New Yorker Animationsprofis betreut werden.

Bei den bereitgestellten Bildern handelt es sich um Sticker, animierte Zeichentricksequenzen (GIFs) oder auch kurze Videos. Mit diesen Grafiken können Nutzer von Social-Media-Plattformen (wie z. B. Facebook, Instagram, Twitter und Pinterest) ihre geposteten Kommentare ergänzen und Gefühle oder Stimmung zum Ausdruck bringen können. Die Bildchen werden durch eine Schnittstelle (API) in die entsprechenden Social-Media-Posts integriert.

Riesige Datenbank

Täglich ergänzt Giphy die Datenbank um neue Zeichentricksequenzen und Videos. Aktuell befindet sich in der Datenbank z. B. ein Video zur Coronaproblematik, in dem Spieler des FC Bayern München wie Lewandowski, Alaba, Gnabry und Kimmich mittels pantomimischer Erklärungen Hygiene-Tipps geben.

Giphy hat seit seiner Gründung im Jahre 2013 eine riesige Video- und Clip-Datenbank mit Milliarden verschiedener GIFs aufgebaut. Das Angebot wird täglich von Zig-Millionen User diverser Social-Media-Portale genutzt. Finanziert wird die Datenbank durch Werbung.

Facebook und Giphy kooperieren schon lange

Giphy-Animationen können schon seit Längerem in Facebook-Postings eingebunden werden. Diese enge Verbundenheit zwischen beiden Unternehmen betont auch Vishal Shah, Vize-Produktpräsident von Instagram, in einem Statement:

„Viele Instagram-User kennen und lieben Giphy bereits. Tatsächlich stammen 50% des Datenverkehrs von Giphy aus der Facebook-Familie von Apps, die Hälfte davon allein von Instagram. Indem wir Instagram und Giphy zusammenbringen, können wir es für die Leute einfacher machen, die perfekten GIFs und Aufkleber in unseren Rubriken zu finden.“

Giphy ist auf der einen Seite mit vielen Social-Media-Anbietern vernetzt, kooperiert andererseits aber auch mit über 200 Marken. So präsentiert Giphy Bildmaterial namhafter Unternehmen wie z. B. Disney, Calvin Klein, GE und Pepsi in seiner Datenbank.

Wie es weitergeht

Auch wenn es sich bei der Giphy-Übernahme nur um einen relativ kleinen Deal handelt, könnte dieses Geschäft noch an einem Veto der US-Wettbewerbshüter scheitern. Denn in den USA gab und gibt es eine heftige Diskussion darüber, ob die Aufsichtsbehörden die Übernahmen der US-Technologie-Giganten in der Vergangenheit zu einfach durchgewunken haben.

So konnte Facebook im Jahr 2012 den Mitbewerber Instagram für 1 Mrd. USD ohne große Auflagen schlucken. Und auch der 22 Mrd. USD-Kauf von WhatsApp in 2014 wurde von den Wettbewerbsbehörden problemlos durchgewunken. Derzeit laufen in den USA einige kartellrechtliche Verfahren bzw. Untersuchungen gegen Facebook.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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